Titel: Tulpin's Waschmaschine für baumwollene, leinene etc. Garne.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 171, Nr. XXVIII. (S. 121–123)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj171/ar171028

XXVIII. Waschmaschine für baumwollene, leinene, wollene und seidene Garne von Tulpin, Maschinen-Constructeur in Rouen.

Aus Armengaud's Génie industriele, October 1863, S. 171.

Mit einer Abbildung auf Tab. II.

Bekanntlich müssen alle Garne, nachdem sie gefärbt sind, in Flußwasser ausgewaschen und die Stränge einer rotirenden und einer hin- und hergehenden Bewegung unterworfen werden, um sie von allen Farbestoffen zu reinigen, welche nicht fixirt sind. Dieß ist eine Operation, die viel Zeit und Mühe in Anspruch nimmt und dennoch bisher viel zu wünschen übrig ließ. Die von Tulpin angegebene Maschine gestattet nun, diese Arbeit auf die schnellste und bestmögliche Weise auszuführen; dieselbe ahmt mechanisch alle Bewegungen nach, welche von der Hand beim Waschen gemacht werden.

Die Einrichtung der Maschine ist der Art, daß nicht nur eine sehr beträchtliche Menge Flußwasser verwendet werden kann, sondern daß auch die zu waschenden Garne je nach ihren Nuancen getrennt in besonderen Abtheilungen ausgewaschen werden können, zu welchem Zwecke an |122| dem Apparate Rollen angebracht sind, an welchen die Stränge aufgehängt werden.

Figur 10 stellt die Maschine im Längendurchschnitt dar. Sie besteht zunächst aus einer großen hölzernen, auf die Bohlen S befestigten Kufe A mit einem der Länge nach abfallenden Boden. Dieser Behälter, welcher das zum Waschen nöthige Wasser enthält, dient der Maschine als Unterlage, weil auf ihm die verschiedenen Bestandtheile derselben aufgestellt sind. Eine der Länge nach durchgehende Scheidewand theilt die Kufe in zwei Abtheilungen, welche ganz unabhängig von einander sind und deßhalb, wie gesagt, zum Auswaschen der Garne von verschiedenen Nuancen dienen; das Gefach a nimmt das zufließende Wasser auf. Am Ende der Kufe sind zwei Schützen a' angebracht, um das schmutzige Wasser auszulassen.

Die gußeisernen Consolen C und C' sind mittelst Bolzen an die Seitenwände der Kufe befestigt; auf denselben stehen die gußeisernen Säulen D und D', sowie der Ständer I. Auf die Köpfe dieser Säulen ist der Balken E gelegt, wodurch sie fest verbunden werden; an diesen sind die bei f und f' mit Gelenken versehenen Stangen F und F' nebst dem plattenförmigen Körper E' aufgehängt. Damit der Balken E sich nicht unter der Last dieser Stücke durchbiege, werden an ihm und den Säulen D, D' die Streben G und G' befestigt.

In den Rippen der Platte E' werden die Achsen der Rollen h angebracht, welche aus Leder oder einem anderen Stoffe angefertigt sind und die zu waschenden Stränge aufnehmen. Die Achsen tragen außerdem die gekerbten Scheiben H; über letztere und über die Scheiben O, O', welche mittelst der Kloben R und R' an den Balken E befestigt sind, führt das Seil ohne Ende m. Das Anspannen dieses Seiles wird durch die Scheibe P bewirkt, deren verticaler Arm ziemlich lose in der Hülse R steckt und an seinem oberen Theile mit dem Gewichte Q versehen ist, welches auf diese Weise beständig einen Druck auf das Seil m ausübt.

An die Säule D' wird das Lager für die Welle J befestigt, auf welcher die treibende Scheibe K und das Schwungrad L zum Reguliren der Bewegung festsitzen.

Die ununterbrochene Bewegung des Seiles ohne Ende über die Rollen h und O, O' wird nun auf folgende Weise hervorgebracht: ein conisches, ebenfalls auf die Welle J befestigtes Rad N greift in ein kleines Getriebe an der geneigten Welle n ein, welche an ihrem anderen Ende ein zweites Getriebe n' trägt, das seinerseits wieder ein conisches auf die Welle der Seilscheibe O' befestigtes Rad umtreibt.

Die hin- und hergehende Bewegung der Platte E' dagegen findet |123| mit Hülfe einer Kurbel M statt, welche ebenfalls auf die Welle J befestigt und so eingerichtet ist, daß deren Warze einen verschieden großen Weg zurücklegen kann. Zum Reguliren des Abstandes der Warze von dem Mittelpunkte der Welle J wird nämlich ein Stift r durch die Mutter des Schraubenbolzens i und durch die Augen von der Gabel der Stange M' gesteckt, welche letztere ein Gelenk an dem kleinen Aufsatz l hat, der an die Platte E' angegossen ist. Diese Art der Uebertragung gestattet also nicht allein der Platte E' und den an ihr aufgehängten Strängen eine hin- und hergehende Bewegung zu geben, sondern auch die Größe der letzteren zu reguliren.

Die oben erwähnte Schütze a' zum Auslassen des schmutzigen Wassers aus der Kufe wird mit Hülfe eines Mechanismus geöffnet und geschlossen, der eine Handhabe b hat, mittelst deren man die Schraubenspindel b' in ein schraubenförmiges Rad d eingreifen läßt, welches auf der die Schütze tragenden Welle befestigt ist.

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