Titel: Sicheres Mittel um (graue) Haare acht schwarzbraun zu färben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 171/Miszelle 14 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj171/mi171mi01_14

Sicheres Mittel um (graue) Haare acht schwarzbraun zu färben.

Die Anfrage um ein Verfahren, Haare (besonders graue) ächt schwarzbraun und zwar auf eine unschädliche Weise färben zu können, geschieht so häufig, daß eine aufs |80| neue wieder in Erinnerung gebrachte Methode, den obengenannten Zweck zu erreichen, gewiß nicht als unnöthig erscheinen dürfte.

Ein solches Verfahren hat nämlich schon vor mehreren Jahren Wimmer in Buchner's Repertorium Z. R. Bd. XXXIII S. 88 veröffentlicht und zwar sagt Wimmer darüber Folgendes:

„Die beste Methode um grau gewordene Haare zu schwärzen ist die, daß man Brenzgallussäure (Pyrogallussäure) in ein wenig Wasser auflöst und die Lösung filtrirt, um das möglich vorhandene brenzliche Oel hierdurch zu entfernen; zu der filtrirten Lösung der Brenzgallussäure wird etwas Alkohol hinzugemischt, in welchem man irgend ein wohlriechendes Oel aufgelöst hat, um den brenzlichen Geruch der Säure zu verdecken; das graue Haar wird nun mit dieser Lösung mit der Vorsicht befeuchtet, daß die Hände davon nicht benetzt werden, welche sonst sich schwarz färben; die mit der Pyrogallussäure erzeugte Schwärzung ist ächt und sitzt ganz fest.

Die Darstellung der zu obigem Zweck erforderlichen Brenzgallussäure geschieht wie die der Benzoesäure in dem bekannten Mohr'schen Apparate entweder aus Galläpfeln oder, was zweckmäßiger ist, aus trockenem Galläpfel-Extract. Die Sublimation geschieht in einem eisernen Topf, in welchen das trockene Galläpfel-Extract hineingethan wird; die Oeffnung des Topfes wird mit weißem Löschpapier überbunden und hierauf ein Hut von Papier aufgesetzt, in welchen sich, bei der Erhitzung des Topfes, die Brenzgallussäure, ähnlich wie die Benzoesäure, sublimirt.“

Nach einer mir gemachten Mittheilung soll auch eine starke (concentrirte), durch Leinwand geseihte Abkochung von grünen Wallnußschalen ein sehr bewährtes Mittel seyn, Haare dauernd und ächt dunkelbraun zu färben; die Anwendung der Abkochung geschieht dadurch, daß mittelst einer feinen Haarbürste der Absud aus die braun zu färbenden Haare aufgetragen wird.

Es ist übrigens eine ganz allgemein bekannte Thatsache, daß der Saft der grünen Wallnußschalen die Haut ächt und dauernd dunkelbraun färbt. Dr. L. Elsner. (Chemisch-technische Mittheilungen des Jahres 1862–63. Berlin 1864.)

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