Titel: Die incrustirten Bleiröhren für Wasserleitungen von Prof. Dr. Heinrich Schwarz in Breslau.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 171/Miszelle 8 (S. 77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj171/mi171mi01_8

Die incrustirten Bleiröhren für Wasserleitungen von Prof. Dr. Heinrich Schwarz in Breslau.

Im Jahrgang 1862 des polytechn. Journals, Bd. CLXIV S. 315 wurde berichtet, daß es Hrn. Dr. H. Schwarz gelungen ist, die Bleiröhren so zu Präpariren, daß jedes Wasser, selbst das reinste destillirte Wasser hindurchgeleitet werden, auch darin längere Zeit verweilen kann, ohne die mindeste Spur Blei zu lösen. Ueber diese Erfindung enthält das Practical Mechanics' Journal, November 1863, S. 120 folgenden Artikel:

„Es ist allgemein anerkannt, daß es höchst wünschenswerth wäre, ein Mittel zu besitzen, wodurch die nachtheilige Wirkung der Bleiröhren auf Wasser verhindert werden könnte und die Versuche von Dr. Calvert haben erwiesen, daß keiner der bisher zu diesem Zwecke gemachten Vorschläge dem Uebel wirklich abhelfen kann. Dr. H. Schwarz in Breslau hat nun aber ein Verfahren entdeckt, die innere Oberfläche der Bleiröhren in unlösliches Schwefelblei umzuwandeln, daher das durch dieselben fließende Wasser eben so wenig als bei Anwendung von Glasröhren einen Bleigehalt zeigen kann. Diese Umwandlung bewirkt Dr. Schwarz auf sehr einfache Weise, indem er bloß eine starke und heiße Auflösung von Schwefelkalium oder Schwefelnatrium durch das zu behandelnde Rohr leitet; diese Lösung wird bei einer Temperatur von beiläufig 100° C. angewandt und man läßt sie 10 bis 15 Minuten lang auf das Metall einwirken. Die kochende Lösung von Schwefel in Aetznatron hat sich in der Praxis dem Zweck vollkommen entsprechend erwiesen.“

Das Schwefelblei ist bekanntlich das unlöslichste Bleipräparat und die Natur liefert uns auch für den Erfolg des erwähnten Verfahrens einen Beweis in der Thatsache, daß die Wasser aus Bleiglanzgruben sich niemals bleihaltig zeigen. Die näheren praktischen Details des Verfahrens können durch eine Anfrage bei dem „polytechnischen Bureau von Dr. H. Schwarz in Breslau“ in Erfahrung gebracht werden.

Die Redaction d. p. J.

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