Titel: Bouffé's sogenanntes Naturgrün zum Färben der künstlichen Blumen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 171/Miszelle 12 (S. 156–157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj171/mi171mi02_12
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Bouffé's sogenanntes Naturgrün zum Färben der künstlichen Blumen.

Die französische Akademie der Wissenschaften hat bekanntlich alljährlich von dem Montyon'schen Preise Belohnungen für Verbesserungen in den der Gesundheit schädlichen Gewerben zuzuerkennen. Für das Jahr 1863 meldete sich ein Bewerber mit einem „Naturgrün“ (vert-nature) benannten Präparat, als Ersatzmittel der arsenhaltigen grünen Farben und namentlich des Schweinfurtergrüns zum Färben der künstlichen Blumen. Es fehlt nicht an Beispielen, daß junge Arbeiterinnen bei der Anfertigung der mit Schweinfurtergrün gefärbten künstlichen Blumen von Perkal und Papier vergiftet worden sind. Was das Schweinfurtergrün zu diesem Zweck so beliebt machte, ist die Schönheit seiner Farbe, sein außerordentlicher Glanz beim Kerzenlicht, besonders wenn es rothen Blumen beigesellt ist.

Nachdem sich die Commission der Akademie überzeugt hatte, daß das sogenannte Naturgrün – ein Gemisch von Pikrinsäure mit dem Guignet'schen Chromgrün – seine Farbe beim künstlichen Licht behält, wurde Hrn. Bouffé, Fabrikant von Geweben und Apprets für künstliche Blumen in Paris, eine Belohnung von 1500 Francs zuerkannt: für die glückliche Idee, das arsenhaltige Grün durch eine grüne Farbe zu ersetzen, deren Anwendung mit gar keinem Nachtheil verbunden ist, weder für die Arbeiter, noch für die Personen, welche mit dem Naturgrün gefärbte Blumen oder Gewebe tragen.

Herrn Guignet, dem Erfinder des erwähnten Chromgrüns (Chromoxydhydrats, dessen Darstellung im polytechn. Journal Bd. CLII S. 191 beschrieben ist), wurde ein Preis von 2500 Francs zuerkannt, weil er durch sein für den Zeug- und Papiertapetendruck geeignetes Grün der Industrie einen großen Dienst erwiesen hat. (Comptes rendus, t. LVII p. 1060.)

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