Titel: Reinigung des Rüböls und anderer Oele, nach J. G. Johnson.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 171/Miszelle 15 (S. 158–159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj171/mi171mi02_15

Reinigung des Rüböls und anderer Oele, nach J. G. Johnson.

Diese Methode (patentirt in England am 13. Mai 1862), welche eine große Ersparniß an Zeit und Capital bewirkt, besteht darin, daß das zu reinigende Oel mit der nöthigen Menge Schwefelsäure versetzt und durch dasselbe während und nach dieser Vermischung ein Strom von Luft getrieben wird. Das Oel befindet sich in einem mehr tiefen als weiten hölzernen und am besten mit Blei ausgekleideten Gefäße. Die Luft wird mittelst eines Gebläses durch die Oeffnungen einer auf dem Boden des Gefäßes liegenden spiralförmigen Bleiröhre gepreßt und durchdringt das Oel in zahlreichen Strömen und Strahlen. Der bei dieser Reaction sich bildende Schaum wird abgenommen, von Neuem Luft Hindurchgetrieben, wieder abgeschäumt, hierauf während des Luftdurchblasens 1–3 Proc. vom Gewichte des Oels Wasser zugesetzt und der noch vorhandene Schaum völlig entfernt. Nach diesen verschiedenen Operationen, welche 6–7 Stunden Zeit erfordern, besitzt das Oel ein eben so gutes Aussehen, wie das durch den bisherigen langwierigen Proceß erhaltene. Das Oel wird nun unmittelbar oder besser, nachdem es vorher mit kaltem Wasser gewaschen worden ist und einige Tage gestanden hat, filtrirt. Will man indessen die Filtration ganz vermeiden, so verfährt man folgendermaßen: Man bringt das zu waschende Oel in eine Kufe aus Holz, Kupfer oder versilbertem Kupferbleche; dieselbe ist vollständig geschlossen, hat aber im Deckel mehrere Oeffnungen, sowie am tiefsten Punkte des Bodens einen Abkaßhahn für das Wasser und an der Seite einen oder zwei Hähne für das Oel; durch eine am Boden liegende spiralförmige durchbohrte kupferne Röhre kann Dampf zur Erwärmung der Flüssigkeit eingeleitet werden. Bevor das Oel in diese Kufe gebracht wird, hat man in derselben eine geeignete Quantität Wasser zum Kochen erhitzt. Die Mischung von Oel und Wasser wird eine Stunde lang gekocht, darauf das saure Wasser abgelassen und diese Waschung zur vollständigen Entfernung der Säure wiederholt. Nachdem das Oel sich von dem Wasser abgesondert hat, wird es abgezogen und gelangt in die Trockenkufe, welche von der Form der eben beschriebenen, aus Holz besteht und mit Zinn oder einem verzinnten Metalle verkleidet ist. Mittelst eines gewundenen Rohres aus Zinn wird der aus dem vorigen Bottich entweichende Dampf hindurchgeleitet; neben diesem geschlossenen Dampfrohre enthält die Kufe in dem tiefsten Theile noch eine durchbohrte Röhre, durch welche Luft in das erwärmte Oel gepreßt und dadurch die Austrocknung rasch vollendet werden kann. Das von seinem Wassergehalte befreite, aber noch heiße Oel fließt nunmehr durch ein langes zinnernes, in kaltem Wasser liegendes Kühlrohr in die Fässer. Das Wasser des dazu benutzten Reservoirs dient zugleich |159| gleich als Condensator für die aus den Kochapparaten entweichenden Dämpfe, damit weder die Fabrik noch die Nachbarschaft von den unangenehmen und selbst schädlichen Dünsten belästigt werde. (London Journal of arts, Februar 1863, S. 78; polytechnisches Centralblatt, 1863 S. 554.)

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