Titel: Ueber eine Zündmasse der für Zündnadelgewehre bestimmten Patronen; von Dr. Eduard Reich.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 171/Miszelle 10 (S. 235–236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj171/mi171mi03_10

Ueber eine Zündmasse der für Zündnadelgewehre bestimmten Patronen; von Dr. Eduard Reich.

Während einer kurzen Zeit meines Lebens war ich Zögling der Stabs-Schule des dritten k. k. Feld-Artillerie-Regiments. Seither lenkte ich meine Aufmerksamkeit unter Anderem auch den Feuerwerkskörpern zu, mit denen ich immer nach mehreren Jahren einmal experimentirte. Vor etwa 15 Monaten kam in einem Kreise von Bekannten die Rede auf die sogenannten Zündpillen der für die Zündnadelgewehre bestimmten Patronen; man bat mich, Versuche in Hinsicht dieser Körper anzustellen.

Ich laugte zu dem Ende 10 Gewichtstheile trockenen Scheibenpulvers mit kochendem Wasser sorgfältig aus, und vermengte den trockenen und alkoholisirten Rückstand unter Zusatz einiger Tropfen höchst rectificirten Weingeistes und reinen Steinöls mit folgenden staubfeinen Körpern allmählich und innig:

chlorsaurem Kali 16 Gewichtstheilen
schwarzem Schwefelantimon 2
Zucker 3
gelbem Blutlaugensalz 2
Bleisuperoxyd 4

Die schwach feuchte Masse wurde in Stückchen von der Größe kleiner Erbsen in |236| aus Pappe gefertigte Zündspiegel mit Hülfe eines aus Zwetschenbaumholz gedrehten Cylinderchens geschlagen. Ich ließ alsdann durch eine Woche lang in einem warmen Locale die Trocknung vor sich gehen.

Trieb man eine starke Stahlnadel mittelst eines gut gemessenen, nicht zu starken Hammerschlags rasch in die Masse, so erfolgte augenblicklich Entzündung und ungemein schnelle Verbrennung. (Neue Gewerbeblätter für Kurhessen, 1863 S. 273.)

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