Titel: Eine Abänderung der Daniell'schen galvanischen Batterie, von J. Minotto.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 171/Miszelle 9 (S. 235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj171/mi171mi03_9

Eine Abänderung der Daniell'schen galvanischen Batterie, von J. Minotto.

Bekanntlich bestehen die galvanischen Elemente der Daniell'schen constanten Batterie aus einem Glase, das mit concentrirter Kupfervitriollösung gefüllt ist, in welcher ein Cylinder von Kupferblech steht, und aus einer porösen Thonzelle mit verdünnter Schwefelsäure, in welche ein amalgamirter Zinkblock taucht. Die Thonzellen sind ein großer Uebelstand. Sind sie porös genug, daß sie dem Strome keinen zu großen Widerstand leisten, so zerbrechen sie sehr leicht, lassen auch die Kupferlösung zum Zink durchdringen und bekleiden sich allmählich mit einer fest haftenden Kupferschicht. Aus diesen Gründen hat man bekanntlich jetzt in Deutschland die Meidinger'sche constante Batterie vielfach eingeführt, eine Combination, bei der Kupfer und Zink die Metalle, Kupfervitriol und Bittersalzlösung die erregenden Flüssigkeiten bilden. Bei Siemens und Halske in Berlin sah Referent schon vor mehreren Jahren eine sehr constante Combination, bei der die Scheidewand durch eine Lage Papierzeug gebildet war.

Minotto wählt statt dessen eine Lage Sand. Auf den Boden eines Glasgefäßes kommt eine Kupferscheibe mit angelöthetem Draht, der durch Gutta-percha isolirt ist. Hierauf schüttet man eine Lage pulverisirten Kupfervitriols und darüber eine Lage feinen, reinen Sand. Auf diesen kommt endlich eine amalgamirte Zinkplatte mit Leitungsdrath zu liegen. Man gießt dann vorsichtig Wasser auf, das den Sand durchtränkt, und mit dem Kupfervitriol eine gesättigte Lösung bildet. Dieselbe setzt auf der Kupferplatte galvanisch Kupfer ab, die frei werdende Säure dient zur Sättigung des gebildeten Zinkoxydes. Die Kette soll zwar schwach aber ungemein constant wirken, sehr billig seyn und nur sehr geringe Aufmerksamkeit verlangen. Von Zeit zu Zeit muß das Wasser ergänzt werden. Ist der Kupfervitriol gänzlich consumirt, so nimmt man den Apparat auseinander, wäscht den Sand aus, und kann dann die Kette sofort wieder zusammensetzen, falls nicht eine neue Zinkplatte nöthig wird. Der Sand verhindert die Vermischung der Flüssigkeiten, ohne doch dem Strome zu großen Widerstand entgegenzusetzen. Dr. H. Schwarz. (Breslauer Gewerbeblatt, 1864, Nr. 1.)

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