Titel: Ueber die Darstellung einer neuen Seife zum Waschen und Bleichen gebrauchter Strohhüte, Wollenstoffe und Seidenwaaren; von Professor Dr. Artus.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 171/Miszelle 13 (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj171/mi171mi04_13

Ueber die Darstellung einer neuen Seife zum Waschen und Bleichen gebrauchter Strohhüte, Wollenstoffe und Seidenwaaren; von Professor Dr. Artus.

Das Waschen und Reinigen obiger Stoffe hat bisweilen seine Schwierigkeiten und namentlich ist dieß anzunehmen von der Operation des sogenannten Schwefelns, wo man gewöhnlich die Stoffe unmittelbar der Einwirkung der schwefligen Säure aussetzt. Dem wird jedoch vorgebeugt durch die Anwendung folgender Seife, welche der Verf. mit dem Namen Bleichseife bezeichnet.

1) Darstellung. Man verschafft sich auf die gewöhnliche Weise eine gute Natronseife; nachdem diese mit verdünnter Lauge und einem Zusatze von Kochsalz abgeschieden ist, wird der noch weichen Seife 1/5 ihres Gewichtes zerriebenes schwefligsaures Natron zugesetzt, dann wie gewöhnlich, noch etwas feucht, in Riegel geschnitten, getrocknet und zum Gebrauche aufbewahrt.

Statt der Natronseife kann jedoch auch eine Kaliseife (Schmierseife) verwendet werden. In beiden Fällen erhält man eine Seife, die zu nachbeschriebenen Zwecken verwendet werden kann.

2) Anwendung der genannten Bleichseifen zum Reinigen und Waschen gebrauchter Strohhüte, Wollen- und Seidenwaaren. Zunächst |319| werden die zu bleichenden Gegenstände in Wasser geweicht, dem man etwa auf 12 Maaß weiches Flußwasser 1 Loth wässeriges Ammoniak zugesetzt hat, welches aus jeder Apotheke bezogen werden kann. Nachdem die Gegenstände gehörig durchweicht und die vielleicht adhärirenden Fettstoffe durch diese Behandlung entfernt sind, wird 1 Th. von der obigen Bleichseife in 10 bis 12 Th. warmem Wasser gelöst; mit dieser Lösung wird das eigentliche Waschen vollzogen. Nachdem sie gehörig damit behandelt worden sind, werden die Stoffe in ein Gefäß gebracht, in welchem sich verdünnte Salzsäure befindet (etwa auf 20 Th. Wasser 1 Th. Salzsäure); man taucht die Gegenstände ein, damit sie von der Flüssigkeit gehörig durchdrungen werden, bedeckt hierauf das Gefäß und läßt dieselben eine Stunde lang stehen, worauf sie heraus genommen, mit Wasser gehörig gespült und dann getrocknet werden. Auf diese Weise wurden unter des Verf. Leitung Versuche im Kleinen wie im Großen unternommen, die ein schönes Resultat lieferten, weßhalb er diesen Gegenstand zur weiteren technischen und mercantilischen Ausnutzung dem großen Publikum hiermit empfiehlt. (Artus' Vierteljahresschrift.)

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