Titel: Ueber die Enthülsung des Getreides, von C. Davison.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 171/Miszelle 15 (S. 319–320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj171/mi171mi04_15

Ueber die Enthülsung des Getreides, von C. Davison.

Ueber diesen Gegenstand hat der Genannte in der British Association einen Vortrag gehalten, welchem wir nach dem Cardener's Chronicle, 1863 Nr. 46, Folgendes entnehmen. Nachdem der Redner sich über die einzelnen Theile des Getreidekorns verbreitet hatte, wendete er sich zu den Vortheilen, welche die Enthülsung gewähren soll. Wenn man so sein als möglich mahlt und das feinste Beuteltuch zum Beuteln verwendet, so erhält man ein höchst nahrhaftes und wohlschmeckendes Mehl, 90 Procent |320| vom angewendeten enthülsten Getreide. Dasselbe soll 5–6 Proc. mehr stickstoffhaltige Substanzen enthalten (?) als Mehl von nicht enthülstem Getreide. Beim gewöhnlichen Mahlen bleibt gerade der nahrhaftere Theil in den Hülsen zurück, man erhält überhaupt nur 78 bis 80 Procent Mehl. Man kann bei der neueren Methode ebenfalls verschiedene Nummern Mehl bereiten, wovon das Weißeste, wie bei gewöhnlich bereitetem Mehl, auch das am wenigsten nahrhafte ist. Es ist daher besser, daß nur eine Sorte Mehl fabricirt werde; das daraus gebackene Brod ist Kindern gesünder als Weißbrod.

Die vollständigste Enthüllung geschieht nach dem Poissant'schen Verfahren, welches darin besteht, auf einer eigens construirten Maschine die Getreidekörner an einander zu reiben. Die Maschine besteht aus zwei Paar mit einer Geschwindigkeit von 300–400 Umgängen in der Minute sich drehenden Platten, welche eine Berührung und Abstreifung der Hülse bewirken, die durch eine Windfege entfernt wird. Das zu enthülsende Getreide muß 1–2 Secunden in kaltes Wasser getaucht werden und 4–5 Minuten abtropfen, bevor es in den Trichter der Maschine geschüttet wird. Vor dem Mahlen muß es, am besten durch einen heißen Luftstrom, vollständig getrocknet werden.

Enthülstes Getreide scheint nicht vom Kornwurm angegriffen zu werden, wenn es gegen das Licht geschützt aufbewahrt wird.

Die Maschine ist einfach, billig, dauerhaft, und kann durch Hand- und Maschinenbetrieb in Gang gesetzt werden. Die Hülsen sollen ein dem Pergament ähnliches Papier geben.

Schließlich bemerkt Davison, daß seine Mittheilungen zum Theil auf eigene Beobachtungen und Untersuchungen begründet sind. (Wochenblatt zu den preußischen Annalen der Landwirthschaft, 1864, Nr. 1.)

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