Titel: Entstehung des Mutterkorns.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 171/Miszelle 10 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj171/mi171mi05_10

Entstehung des Mutterkorns.

Hierüber ist schon viel vermuthet und behauptet worden, die meisten Angaben haben sich aber als unzulässig erwiesen. So glaubt man noch ziemlich allgemein, das Mutterkorn erscheine nur in nassen Sommern, während es doch in trockenen Sommern ebenfalls und oft weit reichlicher angetroffen wird.

Nach den Beobachtungen Schlenzig's, welche durch anderwärts, namentlich in Schlesien und Oesterreich gemachte Erfahrungen bestätigt werden, entsteht diese Krankheit des Roggens durch den Biß eines 1/3 Zoll langen, hellbraunen Käfers, Rhagonycha melanura, welcher jedes Jahr im Juni zahlreich erscheint. Nach dem Verblühen des Roggens, wenn die Körner sich bilden und noch zart und weich sind, setzt er sich an den Aehren fest und saugt den milchigen Inhalt der Körner aus. An der verwundeten Stelle des Korns tritt dann eine etwas klebrige Flüssigkeit hervor, welche widrig riecht, später eintrocknet, verhärtet und als ein Deckelchen abfällt. Bald darauf schwellen die verwundeten Körner auf, sehen anfangs blaß aus, nehmen dann eine gelbliche Farbe an, die immer dunkler wird, strecken sich auch in die Länge und bilden allmählich so das Mutterkorn. (Wittstein's Vierteljahresschrift für praktische Pharmacie, Bd. XII S. 567.)

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