Titel: Vorrichtung zum Kühlen des Bieres beim Verschenken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 171/Miszelle 6 (S. 397–398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj171/mi171mi05_6

Vorrichtung zum Kühlen des Bieres beim Verschenken.

Unter den vielen interessanten und nützlichen Geräthen, welche zur Hamburger landwirthschaftlichen Ausstellung gelangt waren, befand sich unter anderen ein Apparat zum Kühlen und Kühlhalten des Bieres beim Verschenken, der durch große Einfachheit und Zweckmäßigkeit viele Anerkennung fand. Da derselbe sich hauptsächlich für kleinere Bierschenken eignet und hier das Abziehen des Bieres auf Flaschen bei nicht gar zu kleinem Verbrauch unnöthig macht, außerdem mit geringen Kosten anzuschaffen ist, so kann sein Bekanntwerden manchem willkommen seyn. – Der Hauptsache nach, und in der einfachsten Gestalt, besteht die Vorrichtung in einem viereckigen flachen Kasten aus Zinkblech von circa 8 Zoll Tiefe, 2 Fuß Breite und 2 1/2 Fuß Länge. An der Vorderseite dieses Kastens ist ein Hahn angelöthet, der nach außen das Abflußrohr, nach innen zu aber eine Verlängerung hat. Diese Verlängerung hat einen äußeren Durchmesser von 2 bis 2 1/2 Zoll, und dient zur Aufnahme eines Schlauches von vulcanisirtem Kautschuk, der darüber gezogen wird und sich vermöge seiner Elasticität fest darum legt. Genannter Schlauch liegt in Windungen in dem beschriebenen Kasten und steht mit dem zweiten Ende direct mit dem Fasse in Verbindung, worin das Bier sich befindet, so daß letzteres beim Abzapfen dieß Kautschukrohr durchläuft. Wenn man nun den Zinkkasten mit Eis füllt, oder continuirlich kaltes Wasser durchfließen läßt, mit einem Worte den Schlauch mit einem kältenden Medium umgibt, so wird die Kälte auf das Bier übertragen und letzteres nicht allein gekühlt, sondern auch kalt gehalten. Je länger man den Schlauch nimmt, desto mehr Bier wird darin seyn und desto besser wird es sich abkühlen.

Diese einfachste Construction gibt namentlich bei heißen Tagen Veranlassung zu vielem Eisverbrauch, weßhalb (wie es bei dem Apparate auch der Fall war) man noch die Vorsichtsmaßregeln anwenden kann, um den Eisconsum zu vermindern, die bekanntlich in Umhüllung mit schlechten Wärmeleitern bestehen. Zu dem Ende macht man |398| den Zinktasten doppelwandig und füllt den hohlen Raum mit Sägespänen, Wollabfällen oder, wie hier der Fall seyn sollte, mit Torfasche, und legt dann noch das Bierfaß selbst auf einen Rost über demselben. Umgibt man dann noch den ganzen Apparat mit einem gefälligen Holzkasten, in Form eines Schrankes, so kann man das Ganze beliebig placiren und vermeidet auch noch den warmen Lufzug um das Faß. Daß der Zweck der Abkühlung vollständig bei wenig Verbrauch an Eis erreicht wurde, bewies die Jedem bereitwilligst gereichte Probe. Hoyer. (Monatsblatt des hannoverschen Gewerbevereins, 1863 S. 69.)

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