Titel: Ueber Xylochloërinsäure, von Fordos.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 171/Miszelle 12 (S. 466–467)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj171/mi171mi06_12

Ueber Xylochloërinsäure, von Fordos.

Todtes und bereits in Verwesung begriffenes Holz zeigt oft im Innern eine eigenthümliche sehr intensive grüne Färbung. Mann gewinnt den Stoff, welcher diese Färbung bewirkt, folgendermaßen. Das zerstückelte Holz wird zu wiederholten Malen mit Chloroform ausgezogen, die grüne Lösung zur Entfernung von etwas Kalk mit angesäuertem Wasser geschüttelt, wodurch sie bläulich oder selbst grünlich blau wird; dann destillirt man nach Zusatz von Wasser das Chloroform ab und erhält den Farbstoff im rückständigen Wasser suspendirt. Man wäscht ihn auf dem Filter mit Alkohol, wodurch man noch eine sehr geringe Menge eines zweiten, rothen Farbstoffs erhält. Die alkoholische Lösung des letzteren überläßt man der freiwilligen Verdunstung, behandelt den Rückstand mit Aether, welcher etwas braune Substanz auszieht, und schließlich mit Alkohol von 95 Proc., welcher den rothen Farbstoff löst und nach freiwilliger Verdunstung zurückläßt. Die Menge dieses letzteren Stoffes war zu gering, um näher untersucht zu werden.

Der grüne Farbstoff ist fest, amorph, in Masse gesehen dunkelgrün, ins Bläuliche spielend, mit kupferrothem Reflex, in dünner Schicht schön blaugrün mit röthlichem Reflexe, unlöslich in Wasser, Aether, Schwefelkohlenstoff, Benzin, fast unlöslich in Alkohol, löslich in Chloroform und krystallisirbarer Essigsäure. Durch Mineralsäuren, selbst concentrirte, wird er nicht verändert, von Schwefel- und Salpetersäure zu grünen Flüssigkeiten gelöst; Wasser fällt ihn daraus. Alkalien geben gelblich-grüne Verbindungen: schüttelt man mit ammoniakalischem Wasser die Chloroformlösung des Farbstoffs, so trennt sich derselbe von seinem Lösungsmittel und verbindet sich mit Ammoniak zu einem in Wasser und Chloroform unlöslichen Körper; hieraus läßt sich durch Säuren die grüne in Chloroform lösliche Substanz wieder abscheiden u.s.f. Aehnlich verhalten sich Kali, Kalk, Soda, doppelt-kohlensaures Kali, Bleiessig.

Schließlich stellt der Verf. Betrachtungen über den Ursprung dieses Stoffes an, welcher nicht mit dem Chlorophyll identisch ist, sich auch nicht wie dieses (Fremy) in |467| zwei Farbstoffe spalten läßt. Er schlägt den Namen Xylochloërinsäure vor, um dadurch zugleich die Abstammung und Färbung zu bezeichnen. (Comptes rendus t. LVII p. 50; chemisches Centralblatt, 1864, Nr. 7.)

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