Titel: Bestimmung der stärkmehlartigen Stoffe in den Pflanzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 171/Miszelle 16 (S. 468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj171/mi171mi06_16

Bestimmung der stärkmehlartigen Stoffe in den Pflanzen.

Behufs der Brennerei und anderer Zwecke ist es wichtig, eine sichere Methode zur Bestimmung des Stärkmehls in den Pflanzen oder in einzelnen Theilen derselben zu besitzen. Obgleich schon sehr viele derartige Methoden im Gebrauch sind, so leiden sie doch alle an größeren oder geringeren Nebelständen. In Nr. 45 des Journal des brasseurs von 1863 wird eine Methode von Dragendorff beschrieben, die zwar auch nicht absolute Genauigkeit gewährt, indem auch hier die Bestimmung der Stärke eine indirecte ist, uns aber als eine relativ sichere und leicht ausführbare erscheint, weßhalb wir sie kurz beschreiben. Man digerirt 2 bis 3 Gramme der sorgfältig getrockneten Substanz mit 25 Grm. einer Lösung, die man erhält, indem man in 100 Theilen stärkstem Alkohol 5–6 Theile reines Kalihydrat löst. Die Digestion hat 18 bis 30 Stunden zu dauern und muß in einem gut verschlossenen Gefäße auf einem Wasserbade ausgeführt werden. Hierdurch werden alle Stoffe, mit Ausnahme des Zellstoffes, der Rinde, des Pflanzenschleims und der Stärke, welche gar nicht angegriffen werden, löslich gemacht, so daß man sie auf einem Filter mit Wasser auswaschen kann. Hat man es mit einem fetten Körper zu thun, so muß das Auswaschen zuerst mit beinahe kochendem absoluten Alkohol, dann mit kaltem, und zuletzt mit kaltem Wasser geschehen. Bei schleimigen Körpern wäscht man mit Wasser, das 8–10 Procent Alkohol enthält.

Den Rückstand auf dem Filter trocknet und wägt man, worauf man ihn mit kochender verdünnter Salzsäure oder mit einem concentrirten Malzauszug behandelt, wodurch alle Stärke löslich gemacht wird, indem sie sich in Dextrin und Zucker umsetzt. Eine Probe mit Jod sagt uns, wenn alle Stärke umgeändert ist; denn Jod gibt mit Stärke eine blaue Färbung. Hierauf filtrirt man abermals und wäscht sorgfältig mit destillirtem Wasser. Der Rückstand wird getrocknet, gewogen und sein Gewicht von dem vorhergefundenen abgezogen; die Differenz ergibt den Gehalt an Stärke. Bei der Anwendung von Salzsäure kann etwas von den Mineralstoffen gelöst werden, die hier mit als Stärke berechnet sind; man findet ihre Menge durch Abdampfen der Lösung und Verbrennen des Rückstandes. (Wochenblatt zu den preußischen Annalen der Landwirthschaft, 1863, Nr. 50.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: