Titel: Neues Verfahren die Rübenpreßlinge zu verarbeiten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 173, Nr. XXXV. (S. 136–143)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/ar173035

XXXV. Neues Verfahren die Rübenpreßlinge zu verarbeiten.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Dieses, vom Grafen A. Bobrinsky erfundene Verfahren wurde am 7. November 1863 auf seine Veranlassung Hrn. Rob. Prehn in St. Petersburg für Rußland patentirt. Neuerdings aber sind Umstände eingetreten, welche den Erfinder veranlassen, sein Verfahren allgemein bekannt zu machen und dasselbe, unter Verzichtleistung auf alle ihm zustehenden Rechte, zum allgemeinen Gut zu erklären.39)

Im Nachstehenden soll demnach eine vollständige Beschreibung des ganzen Verfahrens gegeben werden, so daß jede Zuckerfabrik darnach zu arbeiten im Stande ist. Die sämmtlichen detaillirteren Pläne zu den erforderlichen Apparaten und Maschinen, sowie jede gewünschte genauere Beschreibung ist außerdem durch das Comptoir des Grafen A. Bobrinsky in Smela, Gouvernement Kiew, unentgeltlich zu erhalten, so daß die Einführung des Verfahrens, welches schon vielen Beifall gefunden hat und in Rußland bereits in sieben Fabriken ausgeübt wird, jedem Fabrikanten ohne irgend welche aus dem Eigenthumsrecht des Erfinders erwachsenden Kosten ermöglicht ist.

Das Verfahren besteht in zwei Operationen: im trockenen Zerreiben der Preßlinge mittelst einer eigenthümlich construirten Reibe und im Auslaugen des erhaltenen Reibsels mit Wasser in einem eigenthümlich construirten Auslaugapparat.

Das Verfahren kann also als die Auslaugung oder Maceration des Preßlingereibsels bezeichnet werden. Man erhält mittelst desselben |137| 12 Proc. Saft mehr als beim einmaligen Auspressen; nimmt man nämlich an,

daß 100 Rübebrei beim Auspressen 80 Proc. Saft
liefern, so bleiben in den Preßlingen unlösliche Substanzen 5 Proc. „
mithin verloren gehender Saft40) 15 Proc. „
––––––––––––
100 Proc. Saft.

Bei dem Auslaugen der Preßlinge dagegen erhält man im Ganzen:

Saft von einer um 1/10 geringeren Schwere, nach der
Reduction auf die ursprüngliche Schwere

92 Proc.
Rückstand: unlösliche Substanzen 5 „
mithin verloren gehender Saft 3 „
–––––––
100 Proc.

Das Zerreiben und darnach folgende Auslaugen der Preßlinge liefert also, unter Verdünnung des Rübensaftes um nur 1/10, noch 12 Proc. Saft außer den beim ersten Pressen gewonnenen 80 Proc.

Bekanntlich nehmen die dichten, unmittelbar von den Pressen kommenden Preßlinge das Wasser selbst nach längerer Zeit nur schwierig auf. Werden sie aber vollkommen zerkleinert und in eine Art Mehl verwandelt, so wird dieses augenblicklich vom Wasser durchdrungen.

Dieses Zerreiben der Preßlinge geschieht mittelst einer Reibe, deren Oberfläche mit Stiften versehen ist, die in entsprechende Einschnitte einer der Reibe gegenüber stehenden, ein concaves Segment bildenden Gegenreibe eingreifen.

Die Preßlinge gehen zwischen dieser doppelten Metallbürste hindurch und werden vollständig zu Mehl zermahlen. Natürlich ist das so erhaltene, äußerst feine und lockere Reibsel leicht vom Wasser zu durchdringen und auszulaugen. Kennt man die ursprüngliche Dichtigkeit des in den Preßlingen zurückbleibenden Saftes und die Menge des zugesetzten Wassers, so kann man leicht die Dichtigkeit des Saftes, wie er in verschiedenen Perioden der Auslaugung entsteht, berechnen. Theoretisch kann diese Auslaugung bis zur vollständigen Erschöpfung des Reibsels gehen; in der Praxis hört man damit auf, wenn der abfließende Saft nur noch 1 bis 1 1/2 Grad Baumé wiegt.

Mit Uebergehung der Versuche, welche die Unanwendbarkeit anderer Constructionen zum Zweck der trockenen Preßlingezerkleinerung darthaten, folgt hier die Beschreibung der aus denselben hervorgegangenen |138| und in jeder Weise bewährten Reibeconstruction, welche in den Figuren 1821 im Grundriß, im Aufriß und im Durchschnitt nach der Linie AB dargestellt ist. Am Umfang der Reibetrommel stehen regelmäßige Reihen von glatten, runden Nägeln (Drahtstiften), deren Größe und Form aus Fig. 21 bei x, x, x ersichtlich ist. Bei der Umdrehung der Trommel gehen diese Stifte oder Zähne durch Einschnitte in gegenüber stehenden Metallblättern.

Von diesen Blättern ist eine passende Anzahl in Eisenschienen eingelegt, welche die Gestalt eines Viertelkreises besitzen und so eine die Reibetrommel theilweise umschließende Gegenreibe bilden (s. Fig. 20). Diese muß über die durch die Achse der Reibe gehende Verticallinie hinausreichen (s. Fig. 20), weil sonst, wie directe Versuche gelehrt haben, das Zerreiben der Preßlinge nur unvollkommen geschieht.

Gewöhnliche Poussoirs haben sich als unpraktisch erwiesen, indem sich die Zwischenräume der Zähne bald verstopften u.s.w. Es ergab sich vielmehr die Nothwendigkeit, die Masse stets in einem möglichst lockeren Zustande zu erhalten. Dieses wird durch eine Art großen Rechens bewirkt, der auf seiner Achse eine hin- und hergehende Bewegung erhält. Da aber auch hierbei noch eine Ansammlung der Masse vorkommt, welche die Arbeit schließlich unmöglich macht, so ist außerdem noch ein fester Rechen oder Kamm erforderlich, dessen Zähne zwischen diejenigen des beweglichen hineinreichen; endlich müssen diese letzteren die Gestalt von conischen Kreissegmenten haben und vorher auf einer provisorischen Achse abgedreht seyn. In dieser Gestalt arbeitet der Apparat ganz vorzüglich; um jedoch die Beschädigung der Reibe durch zufällig hinzukommende fremde Körper zu verhindern, ist am Boden des Kastens zwischen dem Rechen und der Trommel eine leicht zu verschiebende Eisenplatte eingelegt, durch deren Entfernung die ganze Masse zwischen Poussoir-Rechen und Trommel augenblicklich entleert werden kann.

Hiernach werden die Figuren 1821 leicht verständlich seyn; die Haupttheile der Reibe sind folgende:

a Trommel mit den Stiften x, x, x.

c concave Gegenreibe.

d hölzerner Kasten vor der Reibe.

e Segmente des hin- und hergehenden Rechens.

f feststehender Kamm.

g Treibrolle für den Rechen. Die Uebertragung erfolgt mittelst einer Stange und des Krummzapfens h. Durch das Vorhandenseyn zweier Löcher an diesem ist es ermöglicht, die Bewegung des Rahmens zu vergrößern |139| oder zu vermindern und so die Wirksamkeit der Reibe zu modificiren.

i Einfüllraum für die Preßlinge.

k Abfall für das Reibsel.

l Holzstück am Rahmen zum genauen Einstellen der Gegenreibe c.

m Lager der Reibe.

n Lager des Rechens.

p Haube der Reibe.

Eine Reibe von den angegebenen Dimensionen bedarf zur Bewegung 8 Pferdekräfte und reicht für die Verarbeitung von 130,000 Klgrm. (2600 Ctr.) Rüben aus. Sie muß 1000 Umdrehungen in der Minute machen. Sollen nur 65,000 Kil. verarbeitet werden, so kann man die Trommel um 1/3 schmäler machen, während eine weitere Verkleinerung unzulässig seyn dürfte; es ist stets vortheilhaft, eine etwas größere Reibe zu haben, als eigentlich nothwendig wäre, da nur so eine vollständige Reinhaltung möglich ist.

Der Rechen macht 80 Schwingungen in der Minute.

Das Reibsel wird nach allen Seiten bis auf 10 Fuß Entfernung geschleudert, weßhalb man einen passenden blechernen Behälter, der überall geschlossen und nur vorn offen ist, an die Reibe ansetzen muß; derselbe ist alle halbe oder wenigstens ganze Stunden zu reinigen.

Der Auslaugapparat für das mit der beschriebenen Reibe erhaltene Reibsel besteht aus einer Reihe von cylindrischen Behältern von ganz gleichartiger Construction, welche aus den Figuren 2224 erhellen wird; Fig. 22 stellt den Durchschnitt eines Cylinders dar, während Fig. 24 die obere Ansicht desselben gibt. Aus dem beigefügten Maßstab folgt auch die Größe eines solchen Behälters, deren acht zur Verarbeitung von 130,000 Kilgrm. täglich hinreichen, indem einer die Preßrückstände von 16,250 Kil. auszulaugen gestattet. Kleinere Cylinder arbeiten allerdings etwas besser, müssen aber in größerer Zahl vorhanden seyn und erfordern mehr Raum zur Aufstellung. In noch größeren Cylindern findet hingegen nur ein sehr unvollkommenes Auslaugen statt.

In den Figuren 2224 sind die Haupttheile wie folgt bezeichnet:

a gußeiserne Stützen, auf denen der Behälter mittelst zweier Zapfen r, um welche er sich drehen kann, hängt.

b Eintrittsrohr für das Auslaugwasser; dasselbe hat einen Druck von etwa 12 Fuß. Der Eintritt des Wassers geschieht durch die Achse mittelst der von der Stütze t getragenen Stopfbüchse. Das Rohr mündet bei d in den Cylinder und ist hier mit einer aus den Stäben y |140| ruhenden Kappe v versehen, um den Druck des Wassers möglichst zu vertheilen. (S. Figur 23.)

e durchlöcherter Doppelboden, mit Drahtsieb (ähnlich den Centrifugensieben) überzogen, zur Aufnahme des Reibsels.

f eiserner, durchlöcherter unterhalb ebenfalls mit Drahtsieb überzogener Deckel; g sind die Ringe zum Abnehmen dieses Deckels. Die Befestigung und Dichtung desselben erfolgt durch den Riegel h mit den Oefen l, dem beweglichen Bocke i und dem Keile s, und endlich durch die Klammern und Keile k (Fig. 24).

Der Behälter ist am Boden mit einem Ablaßhahn für das nach dem Auslaugen im Reibsel verbleibende Wasser versehen.

n ist der mit einer graduirten Scheibe versehene Hahn für die Regulirung des Wasserzuflusses.

o (Fig. 24) ist das (über f, f befindliche) Abflußrohr für den durch das Auslaugen erzeugten Saft, welches in eine mehreren Behältern gemeinschaftliche Rinne mündet.

Zum Beobachten des Aufsteigens des in den Behälter eintretenden Wassers kann an demselben ein Wasserstandsrohr angebracht werden, welches jedoch für geübte Arbeiter entbehrlich ist.

q ist ein eisernes Kreuz, welches den Doppelboden während des Einfüllens des Reibsels trägt.

u ist ein schmiedeeiserner abgedrehter Reif, welcher an den Kranz des Cylinders angenietet ist und zur Unterstützung des Deckels dient.

v ist ein gußeiserner Ring, an welchem der Boden und die Wand des Cylinders angenietet sind und der zugleich den Doppelboden trägt.

x, x sind zwei Gummiringe zur Dichtung des Doppelbodens und des Deckels.

Ueber das Sieb ist ein schmiedeeiserner Ring gespannt (s.u.).

Die Auslaugbehälter müssen so aufgestellt werden, daß man ihren Inhalt nach dem Ablaufen des Wassers durch den am Boden angebrachten Hahn und nach Entfernung des Deckels, leicht durch Umkippen um die Achse ausleeren und aus der Fabrik entfernen kann. Es ist einleuchtend, daß dieß in sehr verschiedener Weise ausführbar ist.

Eine solche Aufstellung zeigen Fig. 25 und 26 im Aufriß und theilweisen Grundriß.

Die Röhren a, Fig. 26, welche das Wasser für die einzelnen Behälter liefern, müssen einen Durchmesser von 35 Millimeter haben; daraus folgt der Durchmesser des für je vier Behälter dienenden Zuleitungsrohres b zu 70 und derjenige des für zwei solcher Röhren gemeinschaftlichen Leitungsrohres c zu 99 Millim. Hierbei ist auf die |141| Nothwendigkeit Rücksicht genommen, die Röhren so weit zu machen, daß sie auch bei etwaiger theilweiser Versetzung noch hinreichend Wasser liefern. Die Erfahrung hat gelehrt, daß man das Rohr c so zu stellen hat, daß es höchstens vier Behälter nach jeder Seite versorgt; bei einer größeren Anzahl findet nur ein unvollkommenes Auslaugen des Reibsels statt. Wie schon oben gesagt, soll der Wasserdruck 12 Fuß betragen, doch kann man auch einen etwas stärkeren oder schwächeren ohne Nachtheil anwenden.

Endlich ist noch zu bemerken, daß es unpraktisch ist, die Siebe an den durchlöcherten Boden des Gefäßes, sowie an dessen Deckel direct zu befestigen; es sammelt sich nämlich dann leicht Reibsel zwischen dem Sieb und der gelochten Platte, welches nur schwer entfernt werden kann. Man befestigt vielmehr das Sieb an einem besonderen eisernen Reif und legt diesen auf den Gummiring. Man kann dann jedesmal nach Entleerung des Behälters das Sieb rein bürsten; das am Boden des Behälters liegende braucht nur seltener, etwa zweimal wöchentlich gereinigt zu werden.

Die Auslaugung selbst dauert von einer Füllung des Behälters bis zur nächsten im Ganzen 50 Minuten; hiervon kommen auf

das Füllen mit Reibsel 10 Minuten
das Zulassen des Wassers bis zum Erscheinen
des Saftes an der Oberfläche

15 „
den Saftauslauf 15 „
die Entleerung und Reinigung des Behälters 10 „
––––––––––
zusammen 50 Minuten.

Das Wasser soll niemals kälter als 15 bis 20° R. seyn, da die Auslaugung bei niedrigerer Temperatur zu langsam geht. Der Wasserbehälter muß also mit einer Heizvorrichtung versehen seyn.

Die ausgeschüttelten Preßlinge (es empfiehlt sich dazu abwechselnd zwei Bühnen zu benutzen, damit immer eine gereinigt werden könne) werden nach und nach zur Reibe hingeschoben und dabei wird möglichst auf Fernhaltung aller fremden Körper geachtet. Sollte dennoch ein solcher in die Reibe gelangen, so wird diese, wie oben angegeben, entleert. Das erhaltene Reibsel darf nicht plötzlich in die Behälter geschüttet werden, da es sich sonst zu fest auflegen und die Auslaugung erschweren würde. Man legt vielmehr vor dem Einfüllen ein rundes, weitmaschiges Drahtsieb auf den oberen Rand des zu füllenden Behälters und wirft das Reibsel nach und nach hindurch, wodurch ein lockeres Aufeinanderschichten bewirkt wird.

|142|

Die Menge Reibsel, welche man in einen Behälter bringen kann, hängt ab:

1) von der ursprünglichen Dichtigkeit des Rübensaftes;

2) von der Menge des bei der Ernte oder der Aufbewahrung der Rüben verdunsteten Wassers;

3) von der Feinheit des Reibsels, welche von dem besseren oder schlechteren Zustand der Reibe bedingt ist.

Im Allgemeinen soll ein Raum von 3–11 Zoll zwischen Reibsel und Deckel frei bleiben. Ist der Behälter gefüllt und der Deckel in der aus der Beschreibung ersichtlichen Weise dicht aufgesetzt, so läßt man das Wasser von unten eintreten und regulirt den Zufluß so, daß der Behälter nach 15 Minuten voll ist. Die Erfahrung lehrt bald die richtige Hahnstellung, weßhalb man diese durch einen später anzubringenden Gradzeiger andeutet.

Man kann das Aufsteigen des Wassers leicht an dem Wasserstandsrohr ermessen, wenn dessen Verbindungshahn geöffnet ist; natürlich steht das Wasser darin stets um einige Zoll höher als im Behälter selbst. Wenn das Wasser oben angelangt ist, muß der Wasserstandshahn geschlossen werden, worauf man den Saft durch den (über f, f angebrachten) Schnabel o so lange ausfließen läßt, bis seine Dichtigkeit auf 1 1/2 bis 1° Baumé herabgekommen ist. Man schließt nun den Zuflußhahn, und öffnet den am Boden des Cylinders befindlichen Ablaßhahn, um das überflüssige Wasser aus dem Behälter abfließen zu lassen, worauf nach Verschluß dieses Hahnes der Behälter umgekippt, entleert und gereinigt wird.

Das erschöpfte Reibsel wird direct mittelst Wagen nach den Aufbewahrungsorten geschafft; alle angrenzenden Theile des Gebäudes dürfen nicht mit Bretern verkleidet seyn; es empfiehlt sich, überall einen Theeranstrich mit Sand anzubringen, um möglichst alle Gährung fern zu halten und die Reinigung leicht und rasch bewirken zu können. Der Boden des Locals wohin die Rückstände gebracht werden, muß, behufs Ablaufens des noch vorhandenen Wassers, geneigt seyn.

Die ganz erschöpften Rückstände gehen leicht in Fäulniß über, weßhalb man nicht über 1° B. bei der Auslaugung gehen soll. In diesem Fall werden sie, namentlich bei etwas Melassezusatz, gern vom Vieh gefressen. Sie lassen sich selbst bis zum Sommer aufbewahren, wenn man sie in Canäle bringt, welche so eingerichtet sind, daß das Wasser leicht ablaufen kann.

Der ganze Apparat erfordert zu seiner Aufstellung so wenig Raum, daß man in den meisten Fabriken keine neuen Gebäude nöthig |143| haben dürfte. Wie im Einzelnen die Aufstellung zu geschehen habe, dürfte sich daher auch nach den Umständen richten; in Fig. 25 und 26 ist zur Erläuterung eine Art im Aufriß und theilweisen Grundriß dargestellt, welche sich als praktisch empfiehlt. Die einzelnen Theile sind aus dem Gesagten hinreichend klar. Man sieht, daß g, Fig. 25, die Rinne für den Ablauf des Macerationssaftes nach der Scheidepfanne, h diejenige für den Ablauf des nach der Auslaugung abfließenden Wassers ist; e ist ein geneigter Boden zum Fortschaffen der Rückstände.

––––––––––

Der Erfolg der ganzen Arbeit hängt wesentlich von folgenden drei Umständen ab:

1) von der größten Reinlichkeit in allen Theilen des Apparates;

2) von der Vollkommenheit der Zertheilung des Reibsels, welches so zu sagen zu Staub verarbeitet seyn soll;

3) von der Schnelligkeit der Auslaugung.

Wird hierauf die durch die Erfahrung gebotene gewissenhafte Rücksicht genommen, so kann der sichere Erfolg dieser Saftgewinnungsmethode nicht ausbleiben, wie dieß auch in den Fabriken, welche darnach arbeiten, erwiesen ist.

|136|

Eine Ankündigung des nominellen Patentträgers in der St. Petersburger Börsenzeitung Nr. 73 (März 1864) lautet wie folgt:

„Es ist kürzlich ein Patent auf eine Extraction des in den Rübenpreßlingen enthaltenen Saftes ertheilt worden, welches mit dem mir patentirten Verfahren Aehnlichkeit hat. Um alle Streitigkeiten in dieser Beziehung zu vermeiden, erkläre ich das mir am 7. November ertheilte Patent für allgemeines Eigenthum und ermächtige ich Jeden, das Verfahren nach Belieben anzuwenden. St. Petersburg im März 1864. Gez. Rob. Prehn.“

Die Broschüre, worin das Verfahren veröffentlicht ist, erschien unter dem Titel: Rapage et macération de la pulpe. Kieff, Impr. et lithogr. de. J. et A. Davidenko. 1864.

|137|

Es bedarf wohl kaum des Hinweises, daß diese Zahlen für das Verfahren der wiederholten Pressung etc. die erforderlichen Modificationen zu erleiden haben.

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