Titel: Skizzen von Holzbearbeitungsmaschinen aus Zimmermann's Maschinenfabrik.
Autor: Schmidt, Robert
Fundstelle: 1864, Band 173, Nr. LXXXI. (S. 345–346)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/ar173081

LXXXI. Skizzen von Holzbearbeitungsmaschinen aus der Maschinenfabrik von Joh. Zimmermann in Chemnitz; von Dr. Rob. Schmidt, Civilingenieur in Berlin.

(Fortsetzung der Hobelmaschinen von S. 243 des vorhergehenden Hefts.)

Mit einer Abbildung auf Tab. V.

2) Walzenhobelmaschine mit beweglichem Tisch. – Diese Maschine arbeitet nach dem Princip der gewöhnlichen Schlichthobelmaschine, mit horizontaler Messerwelle nämlich: sie unterscheidet sich von derselben aber dadurch, daß an ihr sich noch eine zweite, verticale Messerwelle befindet, mittelst welcher das Holz gleichzeitig noch in einer verticalen Richtung bearbeitet werden kann. – Fig. 15 stellte eine Längenansicht dieser Maschine vor, wornach dieselbe in der Hauptsache folgendermaßen zusammengesetzt ist: a ist eine Deckenvorgelegewelle, welche durch die Haupttransmissionswelle mittelst der Riemscheibe A betrieben wird. Auf dem hinteren Theile der Welle a sitzt zunächst die Riemscheibe B, von welcher aus ein Riemen nach dem hinteren Theile der Maschine geht, und hier mittelst des Riemenrückers H auf drei verschiedene Riemscheiben B' gebracht werden kann. Eine dieser Scheiben sitzt lose, die beiden anderen dagegen sitzen fest auf der Welle und je nachdem die eine oder die andere der letzteren Scheiben mit der Betriebswelle a in Verbindung gebracht wird, wird durch weitere Rädervorgelege – welche ganz ähnlich den der gewöhnlichen Eisen-Hobelmaschinen sind – der Hin- oder Rückgang des Arbeitstisches N bewirkt.

Zur Bewegung der Hobelmesserwellen trägt die Vorgelegewelle a noch eine größere Riemscheibe C, welche mittelst der Riemscheibe C' eine zweite Vorgelegewelle b bewegt, die nach vornhin mit einer zweiten Riemscheibe D versehen ist. Diese letztere treibt mittelst der Riemscheibe E eine dritte Vorgelegewelle c, welche ihre Lager bereits in Theilen findet, die mit der Hobelmaschine selbst verbunden sind. An dem hinteren Theile der Welle c sitzt nun noch eine Riemscheibe F, welche die horizontale Messerwelle m bewegt, und an dem vorderen Theile dieser Welle eine Riemscheibe G, welche die verticale Messerwelle n bewegt.

Die verticale Messerwelle n ist nach keiner Richtung hin verstellbar; sie findet ihre Spitzenlager in dem Stücke Q, das sowohl mit dem Bett |346| M der Maschine, als auch mit dem Führungsstück J für die horizontale Messerwelle, verbunden ist. Diese ist mit conischen Zapfen in einem Quersupport M' gelagert, welcher an den Führungsstücken J mittelst Schrauben, conischer Räder und dem Handrade L gehoben oder gesenkt werden kann, und welcher zugleich auch die Stützpunkte für das Hebelwerk zweier, durch die Gewichte O beschwerten Druckwalzen P trägt, von denen, zur gleichmäßigen Herbeiführung des Holzes, die eine vor, die andere hinter der Messerwelle läuft.

Auch bei dieser Maschine, welche, wie ersichtlich, ganz von Eisen, ist zur Vorsicht und zum bequemen Aufspannen des zu hobelnden Holzes der Arbeitstisch mit Holz belegt, und derselbe trägt außerdem mehrere Reihen in die Höhe stehender, in Flacheisen eingenieteter Stiftchen, welche eine Verschiebung der zu hobelnden Hölzer auf demselben verhindern. Außerdem sind an beiden Seiten noch drehbare, hölzerne Lappen p angebracht, zwischen welchen das zu bearbeitende Holz eingekeilt werden kann, wenn es nur von oben, nicht auch von der Seite behobelt wird.

Diese Maschine empfiehlt sich besonders zum Hobeln von weichen Hölzern, und wenn die zu hobelnden Flächen sowohl glatt als gerade verlangt werden. Bei Anbringung von Façonmessern an die Messerwellen ist sie zum Fertigen von Leisten und Simsen, wie auch zum Fügen von Dielen und zu ähnlichen Zwecken vortheilhaft anwendbar. Gewöhnlich wird diese Maschine in solchen Dimensionen gebaut, daß man darauf Hölzer von 16 Fuß Länge, 12 Zoll Höhe und 26 Zoll Breite hobeln kann, und ist ihr Preis 1250 Rthlr.; sie kann indeß auch in jeder beliebigen Länge hergestellt werden, und erhöht sich der Preis um 50 Rthlr. für jeden Fuß.

(Der Schluß folgt im nächsten Heft.)

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