Titel: Maschine zur Verwerthung der Fadenabgänge der Baumwollenspinnerei.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 173/Miszelle 1 (S. 73–74)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/mi173mi01_1

Maschine zur Verwerthung der Fadenabgänge der Baumwollenspinnerei.

In der Versammlung des Breslauer Bezirksvereins deutscher Ingenieure vom 22. August 1863 gab Hr. Minssen Bericht über eine Maschine zu genanntem Zwecke. Er bemerkte, daß es endlich nach langjährigen Versuchen gelungen sey, mittelst einer höchst einfachen Maschine die Fadenabgänge der Spinnerei, auch „Putzen“ genannt, welche bisher fast nur als beliebtes Putzmaterial von den Maschinisten zum Sauberhalten ihrer Maschinen verwendet worden, wieder in ursprüngliche Baumwollenfasern aufzulösen und daraus für feine Gespinnste ein ganz vorzügliches Material zu gewinnen, da ja diese Fasern schon durch die erste Verspinnung alle Processe der Reinigung und Klärung durchgemacht hätten.

Daß die Ergebnisse zur Zeit wegen der herrschenden Baumwollennoth von größter Wichtigkeit sind, leuchtet wohl ein und wird auch dadurch bewiesen, daß die Fadenabgänge, welche früher mit 7 bis 8 Thlr. per Ctr., seit jener Erfindung mehr als viermal so theuer bezahlt werden. Ein Engländer, welcher die continentalen Spinnereien bereiste und ihnen die betreffenden Abgänge zu guten Preisen abkaufte, machte zuerst unsere Spinner auf die Erfindung aufmerksam.

Die Maschine besteht lediglich aus einer Trommel, deren Mantelfläche mit glatten Stiften in Schraubenlinienstellung ringsum besetzt ist, während ein Paar cannelirte Walzen die Fadenabgänge der Stiftenwalze allmählich zuführen. Nach Minssen's |74| Beobachtungen werden die gesponnenen Fäden auf solche Weise wieder vollständig aufgedreht, entwirrt und als die bestgemengte klare Baumwolle ausgeworfen. (Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, 1864, Bd. VIII S. 248.)

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