Titel: Elektrische Signale von Stevens und Sohn in Southwark.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 173/Miszelle 2 (S. 74)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/mi173mi01_2

Elektrische Signale von Stevens und Sohn in Southwark.

Die im Folgenden beschriebene elektrische Vorrichtung kann dazu dienen, über den Stand des Flügels eines gewöhnlichen optischen Eisenbahntelegraphen einer oder mehreren Personen Auskunft zu geben, welche diesen optischen Telegraphen nicht sehen können.

Man bedarf außer der Vorrichtung zum Zeichengeben nur eine elektrische Batterie da, wo der optische Telegraph sich befindet, und für jede Person eine Signalscheibe. Die Batterie besteht aus sechs gewöhnlichen Daniell'schen Elementen. Von dem positiven und negativen Batteriepole geht je ein Draht nach der obersten und untersten von drei, durch Elfenbeinstreifen gegeneinander isolirten Messingplatten, welche auf einem senkrecht stehenden Stabe angebracht sind; dieser Stab befindet sich in einem Gehäuse, durch welches die Zugstange des optischen Telegraphen hindurchgeht und zwar ist an derselben und gegen dieselbe isolirt ein metallener Querarm befestigt, welcher mittelst einer doppelten Metallfeder auf jenen Metallplatten aufschleift; außerdem schleift der Querarm mittelst einer stellbaren Metallfeder auf einem Stabe auf, der seinerseits mit dem nach den Signalscheiben führenden Leitungsdraht verbunden ist. Die Signalscheiben bestehen aus einer runden Büchse von 5 Zoll Durchmesser und haben auf einem Zifferblatte die drei Bezeichnungen: Signal oben, Signal unten, Signal schlecht. Dabei ist die Einrichtung so getroffen, daß eine mit einer Multiplicatornadel verbundene Elfenbeinnadel, sich selbst überlassen, auf dem Zeichen „Signal schlecht“ einsteht. Dieß geschieht stets, wenn aus irgend einer Ursache kein Strom die Leitung durchstreift, macht also den Beobachter darauf aufmerksam, daß der Apparat in Unordnung gerathen ist. Ist der Flügel des optischen Telegraphen aufgezogen, so schleift die Feder am Querarm auf der obersten Messingplatte, führt den Strom vom positiven Pole nach den Signalscheiben, zur Erde und endlich aus dieser durch die mit der Mitte der Batterie verbundene Erdleitung nach der Batterie zurück; dadurch stellen sich die Nadeln aller Signalscheiben auf das Zeichen „Signal unten.“ Wird dagegen der Flügel des optischen Telegraphen gezogen, so schleift die Feder am Querarm auf der unteren Messingplatte und läßt den Strom vom negativen Batteriepole nach den Signalscheiben, dort in die Erde und darin zurück und endlich durch die Erdleitung nach der Mitte der Batterie gelangen; dadurch drehen sich die Elfenbeinnadeln aller Signalscheiben auf das Zeichen „Signal oben.“ Die Zeichen werden also stets nur mit dem Strome der halben Batterie gegeben.

Diese Telegraphirmethode wurde 1863 auf der Banbridge, Lisburn und Belfast Eisenbahn an zwei Stellen in Anwendung gebracht, einmal mit zwei Signalscheiben auf eine Entfernung von 3/4 engl. Meile und das anderemal mit einer Signalscheibe auf eine Entfernung von mehr als 1/2 Meile. Von Februar bis Mitte September wurde der Kupfervitriol in der Batterie nicht erneuert. (Civil Engineer and Architect's Journal, November 1863, S. 343; polytechnisches Centralblatt, 1864 S. 823.)

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