Titel: Anwendung von Zinkstaub zu Anstrichen; von Dr. H. Schwarz in Breslau.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 173/Miszelle 5 (S. 76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/mi173mi01_5

Anwendung von Zinkstaub zu Anstrichen; von Dr. H. Schwarz in Breslau.

Um metallische Gegenstände vor dem Rost zu schützen, oder die Oberfläche von Holz etc. zu verzieren, wendet man als schützende Decke die sogenannten Oelfirniß-Anstriche an. Das gekochte Leinöl oder der Oelfirniß wird dabei mit verschiedenen Farbekörpern versetzt, welche dem Anstrich gleichzeitig den nöthigen Körper geben und die durchscheinende Farbe der darunter liegenden Flächen decken sollen. Vorzüglich Bleipräparate, Bleiweiß und Mennige werden dabei in großer Menge angewendet, in neuerer Zeit auch Zinkweiß oder Zinkoxyd.

Ich möchte in dieser Beziehung auf ein neues Material aufmerksam machen, das besonders zur Verhütung der Oxydation die mannichfaltigsten Vortheile bietet. Es ist dieß das pulverförmige metallische Zink, welches sich in der Form des feinsten Staubes in den Vorstößen der Zinkmuffeln ansammelt. Es ist dieß ein mehlfeines hellgraues Pulver, das zu 95 Proc. aus metallischem Zink besteht. Die Beimischung von Gasarten bei der Condensation, vielleicht auch eine oberflächliche Oxydation verhindert das Zusammenfließen der einzelnen Zinktröpfchen. Es ist ein analoger Vorgang, wie er bei der Bildung der sogenannten Schwefelblumen stattfindet, während das gewöhnliche Barrenzink mit dem Stangenschwefel zu vergleichen ist. Durch Einfüllen des Zinkstaubes in senkrecht stehende Thonröhren, die bis zum Schmelzpunkte des Zinks erhitzt sind, und gelindes Pressen gelingt es, dem Zinkstaube noch bis zu 90 Procent metallisches Zink abzugewinnen und geschieht die Verarbeitung in der That auf diesem Wege in großer Ausdehnung. Man kann indessen von der zufälligen feinen Vertheilung des Zinks unmittelbar Vortheil ziehen. Zu allen Operationen der Reduction ist dieser Zinkstaub ein vortreffliches Mittel. Bekanntlich wird er schon zur Darstellung des Anilins aus Nitrobenzol angewendet. Aus demselben Grunde ist aber der Zinkstaub zum Schutze der Metalle sehr geeignet. Während Mennige und Bleiweiß in Berührung mit Eisen, z.B. im Meerwasser, vom Eisen reducirt werden und metallisches Blei liefern, das nun mit dem Eisen eine galvanische Kette bildet, wobei das Eisen als oxydirbareres Metall auftritt, ist das metallische Zink im Gegentheil oxydirbarer und schützt demnach das Eisen. Die Anwendung des sogenannten galvanisirten, d.h. verzinkten Eisens ist bekannt genug. Mit einem Zinkstaub-Anstriche erreicht man ähnliches. Der feingesiebte Zinkstaub wird einfach mit Oelfirniß, dem man etwas Siccativ zugesetzt hat, bis zur passenden Consistenz gemischt und wie jede andere Farbe aufgestrichen. Die Farbe ist ein hübsches helles Grau, wie es jetzt bei vielen Maschinentheilen angewendet wird. Die Ausgiebigkeit der Farbe ist ebenso groß, wie bei Mennige. Sie streicht sich eben so gut und gleichmäßig, muß aber vor dem Streichen zeitweilig umgerührt werden, damit sich das Zink nicht ungleichmäßig in der Farbe vertheilt. Der Preis pro Centner hängt vom Zinkpreise ab, und übersteigt denselben nur um geringes. Der Verfasser ist gern bereit, die Besorgung von Bestellungen zu übernehmen. (Breslauer Gewerbeblatt, 1864, Nr. 12.)

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