Titel: Anilinschwarz für den Zeugdruck.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 173/Miszelle 7 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/mi173mi01_7

Anilinschwarz für den Zeugdruck.

Besser als das Verfahren von Lightfoot, über das man sich namentlich der Gefahr wegen, die es der Faser bringt, beklagte, ist folgendes, das wie das Lightfoot'sche patentirt und von Müller und Comp. in Basel angekauft ist. Nach dem Moniteur scientifique ist dieses in Mülhausen erfundene Verfahren folgendes:

A. Verdickungsmittel:
weißes Kartoffelstärkemehl 27 Kilogr.
Wasser 18 Liter
Gummiwasser (zu 1200 Grm. per Liter) 30 Liter
Traganthschleimwasser (zu 65 Grm. per Liter) 24 Liter
B. Erste Mischung:
heißes Verdickungsmittel 25 Liter
chlorsaures Kali 1350 Gramme.
Man fügt der erkalteten Masse zu Ferridcyanammonium 3900 Gramme.
C. Zweite Mischung:
heißes Verdickungsmittel 26 Liter
|78|
trockenes chlorwasserstoffsaures Anilin in Pulverform 3600 Gramme
Weinsäure 750 Gramme.

Um damit zu drucken, wird von B ein Theil, von A zwei Theile gemischt.

Dieses Schwarz ist immer noch schwierig darzustellen; die beiden Mischungen zersetzen sich leicht, das Schwarz entwickelt sich unregelmäßig, je nach der Feuchtigkeit und dem Temperaturgrad, es fließt ferner gerne etwas aus. Aber es ist sehr echt, widersteht den Bleichlaugen, und nur durch Zinnchlorür wird es entfernt. Gerade die Echtheit der Farbe hat aber ihre Schattenseiten; die Untertücher, die beim Walzendruck mitlaufen, und auf welche es durchschlägt, lassen sich davon gar nicht mehr befreien. – Dr. Bolley bemerkt jedoch, daß er sehr schöne Muster von diesem Schwarz gesehen habe. (Schweizerische polytechnische Zeitschrift, 1864, Bd. IX S. 77.)

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