Titel: Ueberführung der Stärke in Zucker durch die Schalen roher Kartoffeln; von G. Leuchs in Nürnberg.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 173/Miszelle 10 (S. 157–158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/mi173mi02_10

Ueberführung der Stärke in Zucker durch die Schalen roher Kartoffeln; von G. Leuchs in Nürnberg.

Schönbein hat in einem Aufsatz im Journal für praktische Chemie, Bd. LXXXIX S. 323, nachgewiesen, daß die katalytische Wirksamkeit organischer Materien nicht nur wie bekannt der Diastase, dem Emulsin, Myrosin, der Hefe, dem Kleber, dem Speichel etc. zukommt, sondern daß dieselbe in der Pflanzen- und Thierwelt allgemein verbreitet ist. |158| Unter anderen besitzen namentlich die Schalen roher Kartoffeln, die Wurzeln von Leontodon taraxacum, der Latuca sativa u.s.w. große katalytische Kraft.

Da viele der schon länger bekannten katalytischen Substanzen auch die Fähigkeit zeigen, die Stärke in Zucker überzuführen, so war es wahrscheinlich, daß der eine oder andere der neu aufgefundenen Stoffe auch diese Art der Katalyse bewirke.

Ich habe vor der Hand nur Versuche mit den Schalen roher Kartoffeln angestellt und in der That meine Voraussetzung bestätigt gefunden.

Dünnen Stärkekleister, zu dem ich eine verhältnißmäßig große Menge der Schalen roher Kartoffeln gegeben hatte, setzte ich 10 bis 12 Stunden einer Temperatur von 45 bis 50° C. aus. Die Stärke war nach dieser Zeit fast vollständig in Traubenzucker übergeführt.

Nicht in Kleister umgewandeltes Stärkemehl, den gleichen Einflüssen unterworfen, war dagegen fast ganz unverändert. (Journal für praktische Chemie, Bd. XCII S. 59.)

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