Titel: Seife als Beize für Anilinfarben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 173/Miszelle 11 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/mi173mi03_11

Seife als Beize für Anilinfarben.

Das Färben von Wolle und Seide mit Anilinfarben ist eine einfache Operation, da diese Stoffe die Farbe ohne Hilfe eines dritten Körpers leicht annehmen. Bei Baumwolle ist das Färben weit schwieriger, und diese bedarf erst einer Beize, deren bis jetzt verschiedene angewendet worden sind. Die noch jetzt gebräuchlichste Beize ist wohl die Oelbeize, die aus Baumöl, Schwefelsäure und Weingeist bereitet wird, und zwar so, daß man 1 Pfund Baumöl, 4 Loth Schwefelsäure, 1 1/2 Loth Weingeist innig mit einander mischt und vor dem Gebrauch mit 10 Pfund Wasser verdünnt. Weit billiger als die erwähnte Oelbeize und die bekannte Kleberbeize ist die Seife als Beize für Baumwolle. Zu 20 Pfund Baumwollen-Garn verwendet man 1 Pfd. Talgseife, die in der hinreichenden Menge Wasser gelöst wird. Man behandelt die Baumwolle |240| einige Zeit in dem heißen Seifenwasser, trocknet dieselbe ohne erst zu spülen, und nimmt Letzteres erst vor, ehe sie in's Farbebad kommt. Das Seifenbad läßt sich mehrmals benutzen; es ist nur nöthig, jedesmal etwas Seife hinzuzusetzen. Die Seife ist nicht allein viel billiger als die Oelbeize, sondern auch von fast größerem Erfolge für die Farben. Letztere lassen nichts zu wünschen übrig, sie sind fest und lebhaft. (Deutsche Musterzeitung, 1864, Nr. 7.)

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