Titel: Conservirung des Eises im Kleinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 173/Miszelle 12 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/mi173mi03_12

Conservirung des Eises im Kleinen.

Bei der allgemeinen Verbreitung des Eisgebrauches ist in großen und kleineren Städten die Beschaffung des Eises im Kleinen zum Kuhlen von Getränken u.s.w., vor allem aber in Krankheitsfällen zu Eisumschlägen, Eispillen u.s.w. wesentlich erleichtert worden. Die Anwendung des Eises zum medicinischen Gebrauche ist oft von den überraschendsten Erfolgen begleitet. Hat man nun aber auf dem Lande, in kleineren Städten etc. sich eine kleine Menge Eis verschafft, so tritt der Uebelstand ein, daß dasselbe nur zum kleinsten Theil unmittelbar für den Kranken verwendet wird, während der größte Theil nutzlos schmilzt, weil man eben kein einfaches Mittel hat, um die Einwirkung der äußeren Luft abzuhalten. Man hat 5 Pfund Eis sich mit Mühe verschafft; davon wird vielleicht 1/4 Pfund für den Kranken an dem einen Tage gebraucht, der Rest ist bis zum nächsten Morgen nutzlos geschmolzen, so daß man von neuem die Mühe der Beschaffung hat. Ich will daher ein ungemein einfaches Mittel der Conservirung angeben, das in jeder Haushaltung leicht beschafft werden kann. Man thut das aufzubewahrende Eis in eine tiefe Schüssel, einen Topf etc., deckt einen Teller darüber, setzt dann die Schüssel auf ein Federbett, ein Kopfkissen etc. und bedeckt sie mit einem zweiten Federkissen. Die Federn gehören bekanntlich zu den schlechtesten Wärmeleitern. Sie halten die Wärme des menschlichen Körpers zusammen und daher warm. In gleicher Art halten sie aber auch die von außen zugeleitete Wärme ab und bewahren daher das Eis vor dem Schmelzen. Es werden nur unbedeutende Mengen Wasser durch das Schmelzen gebildet, die man natürlich beim Gebrauche des Eises gelegentlich entfernt, damit die Betten nicht etwa durch das überlaufende Wasser durchnäßt werden. Auf diese Art hat z.B. Referent ein Quantum von circa 6 Pfund Eis für den Krankengebrauch über 8 Tage lang conservirt, freilich nur bei Frühlingstemperatur. Jedenfalls wird diese mit so einfachen Mitteln auszuführende Methode in vielen Fällen nützliche Dienste leisten. Dr. H. Schwarz. (Breslauer Gewerbeblatt, 1864, Nr. 14.)

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