Titel: Ueber die Darstellung eines ausgezeichnet dauerhaften Mörtels
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 173/Miszelle 5 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/mi173mi03_5
|237|

Ueber die Darstellung eines ausgezeichnet dauerhaften Mörtels

entnehmen wir der Vierteljahresschrift für technische Chemie von Dr. Willibald Artus Folgendes: Angeregt durch die auffallende Festigkeit der Mörtelverbindung an alten Bauwerken führte Prof. Artus eine Menge Versuche sowohl im Kleinen wie im Großen in dieser Richtung aus, er untersuchte vielfach Bruchstücke von alten Bauten, die ein klares Bild desjenigen Mörtels gewährten, dessen sich unsere Vorfahren bedient haben müssen. Untersucht man diesen alten Mörtel, so findet man bei dem, demselben beigemischten Sande, daß derselbe wirklich mit dem Kalke eine chemische Verbindung eingegangen hat, indem wenigstens größtentheils der Kalk sich in Silicate (kieselsaure Salze) verwandelt hat. Die genannten Versuche zum Zwecke der Herstellung dieses Mörtels haben nun folgendes Resultat geliefert:

Das Verhältniß von Kalk und Sand bleibt dasselbe wie bisher. Es wird aber ein Theil des Kalkes, und zwar der Menge nach, 1/4 des verwendeten Sandes, übrigens erst unmittelbar vor der Benützung des Mörtels, im ungelöschten Zustande fein zertheilt zugesetzt. Während des Erhitzens der Masse bilden sich dann sofort schon Silicate, wodurch die Masse schnell erstarrt, binnen Kurzem sehr hart wird und keine Risse erhält. Solcher Mörtel widersteht dem Wasser und kann somit zu allen Zwecken benutzt werden, wo Dauerhaftigkeit erzielt werden soll. Er haftet so fest, daß schon nach kurzer Zeit ziemliche Gewalt angewandt werden muß, um das Gestein und überhaupt das Mauermaterial von dem Mörtel zu trennen. Mit diesem Mörtel im größeren Maaßstabe bis jetzt unternommene Versuche haben zu glänzenden Resultaten geführt, so daß man annehmen darf, das frühere Mörtelgeheimniß hiermit enträthselt zu haben.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: