Titel: Ueber den Einfluß der Zusammensetzung der Bronzen auf die Entstehung der grünen Patina.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 173/Miszelle 5 (S. 313–314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/mi173mi04_5

Ueber den Einfluß der Zusammensetzung der Bronzen auf die Entstehung der grünen Patina.

Die Abhandlung von Prof. Dr. G. Magnus, welche im polytechn. Journal Bd. CLXXII S. 370 mitgetheilt wurde, enthält die Resultate der bezüglichen, durch den Verein für Gewerbfleiß in Preußen veranlaßten Untersuchungen.

Hinsichtlich dieser Untersuchungen theilte in der Versammlung der Mitglieder des Vereins im Monat März d. J. Herr Dr. Weber die Analyse eines antiken patinirten |314| Pferdekopfes mit, welche eine wohl ungewöhnliche Zusammensetzung desselben, namentlich in dem Gehalte an Blei, ergab. Ein directer Versuch, eine ähnliche Legirung herzustellen, ergab, daß dieselbe sehr dünnflüssig ist, scharf fällt, und sich daher zum Guß von Kunstgegenständen besonders eignet.

In derselben Angelegenheit berichtete Herr Dr. Kunheim über ein eingegangenes Gutachten von Pariser Sachverständigen.

Die zu erzielende Farbe der Bronzen richte sich nach dem Geschmack des Publicums.

Um die sogenannte florentinische Patina zu erzielen, werde zur Legirung wenig Zink und kein Blei hinzugesetzt; soll die Bronze schnell an der Luft Patinnen, so werde viel Zink, wenig Blei und kein Zinn hinzugethan. Die Hauptsache bleibe aber in allen Fällen die Herstellung der reinen Oberfläche, bei kleinen Figuren durch Feilen und Poliren, bei größeren durch Beizen mit Säuren. Zur Herstellung der florentinischen Farbe werden auch die Gegenstände mit Ammoniakwasser gewaschen und dann getrocknet, mit Dampf erwärmt und mit einem fetten Körper überzogen. Außerdem wird aber in Paris viel Aufmerksamkeit darauf verwendet, die Statuen zu waschen und zu reinigen. Um die Wirkung der letzteren Prozedur zu erproben, werden von der betreffenden Commission des Vereins Statuen und Platten in je Doppelexemplaren an verschiedenen Orten aufgestellt werden. (Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen, 1864 S. 50.)

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