Titel: Professor Morgan's Methode der Conservirung des Fleisches.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 173/Miszelle 10 (S. 399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/mi173mi05_10

Professor Morgan's Methode der Conservirung des Fleisches.

In dem Weekly Agricultural Review empfiehlt Professor Morgan in Dublin eine neue Methode der Conservirung des Fleisches, die, wenn überhaupt so leicht und sicher ausführbar, wohl empfehlenswerth seyn dürfte, und die wir nach genannter Quelle kurz beschreiben wollen.

Das Thier wird, wie gewöhnlich, durch einen Schlag vor den Kopf getödtet, auf den Rücken gelegt, die Brust und der Herzbeutel werden alsdann geöffnet. In die rechte und linke Herzkammer wird demnächst eine Oeffnung gemacht, das Thier aber so umgedreht, daß das Blut leicht ausfließen kann. Hierauf soll in die Oeffnung der linken Herzkammer ein mit einem Hahne versehenes Rohr so weit eingeführt werden, bis es mit der Spitze in der Aorta (Hauptschlagader) steckt, in der es mit einer Schnur dicht am Herzen, so daß auch die Lungenarterie mitgefaßt wird, festzubinden ist. Mit diesem wird ein zweites, 18–20 Fuß langes, 3/4 Zoll weites Rohr verbunden welches mit einem Gefäße in Verbindung steht, das so hoch aufgestellt ist, wie das Rohr lang ist. In diesem Gefäße befindet sich Salzlacke, worin etwas Salpeter aufgelöst ist. Sobald der Hahn geöffnet wird, strömt die Flüssigkeit mit größter Schnelligkeit durch alle Gefäße und tritt schon nach 15 Secunden aus der rechten Herzkammer wieder aus. Diese Operation wird ausgeführt, um alle Gefäße des Thieres für die Aufnahme der eigentlichen Conservirungsflüssigkeit vorzubereiten. Letztere besteht aus Salzwasser, zu welchem auf den Centner 1/4–1/2 Pfd. Salpeter, 2 Pfd. Zucker, etwas Gewürz und 1 Loth einbasische Phosphorsäure gesetzt ist; die Infiltration geschieht auf gleiche Weise; auch ist es vortheilhaft, wenn die Flüssigkeit zum Kochen erhitzt ist. Die kochende Flüssigkeit coagulirt das in den Gefäßen enthaltene Eiweiß, indem diese Wirkung durch die Phosphorsäure noch bedeutend erhöht wird. So vorbereitete Thiere sollen sich ganz vorzüglich conserviren. Daß das Fleisch viel saftiger bleibt, versteht sich von selbst, da bei der gewöhnlichen Art des Einsalzens die Fleischflüssigkeit durch das Salz ausgezogen, das Fleisch also ausgetrocknet wird. (Wochenblatt zu den preußischen Annalen der Landwirthschaft, 1864, Nr. 29.)

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