Titel: Verbesserungen in der Fabrication der Nähnadeln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 173/Miszelle 2 (S. 394–395)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/mi173mi05_2

Verbesserungen in der Fabrication der Nähnadeln.

Die Fabrication der Nähnadeln hat nach Karmarsch in neuerer Zeit wesentliche Verbesserungen erfahren, welche vorzugsweise theils auf die Einführung von Maschinen zum Ersatze der Handarbeit, theils auf gewisse, die Schnelligkeit der Arbeit fördernde Verfahrungsarten sich beziehen. In ersterer Hinsicht sind die selbstthätigen Maschinen zum Spitzen der Schachte, das Fallwerk zum Verprägen und der Durchschnitt zum Ausstoßen der Oehre, die Maschinen zum innerlichen Poliren der Oehre, die Vorrichtungen zum mechanischen Einzählen der Nadeln in die Papierumschläge zu erwähnen. Was den zweiten Punkt betrifft, so besteht die wichtigste Veränderung darin, daß man nicht mehr wie früher die in doppelter Nadellänge vorbereiteten Drahtstücke (Schachte) vor der Bildung der Oehre in 2 Theile schneidet und an jeder einzelnen Nadel das Oehr verfertigt, sondern auf der Mitte jedes Schachtes 2 Oehre nahe bei einander anbringt und nach dem Befeilen dieser Stelle (wobei 80–100 Schachte, d.h. 160–200 Nadeln zugleich in Arbeit genommen werden) die Drähte zwischen den beiden Oehren durchbricht. Bei diesem Verfahren wird nicht nur viel Zeit und Arbeit erspart, sondern auch ein bedeutender Abfall an Material vermieden, da bei dem Halbiren der an beiden Enden zugespitzten Schachte nach alter Art stets ein kurzes Stückchen aus der Mitte derselben verloren gieng, wodurch ein Verlust von 5–11 Procent des verarbeiteten Drahtes entstand.

Die Vollkommenheit einer Nadel besteht in ihrer schlanken Zuspitzung, wobei die Spitze genau in der Achslinie liegen muß, in der Schärfe der Spitze, welche dadurch |395| erprobt wird, daß sie ein angespanntes Blatt Papier ohne Geräusch durchsticht, in der guten Gestalt und Glätte des Oehres, welches letztere einen darin hin und her gezogenen Faden nicht rauh machen darf, in der feinen Politur der ganzen Oberfläche, endlich in dem gehörigen Grade von Härte und Elasticität, den man daran erkennt, daß die Nadel erst bei sehr merklicher Biegung abbricht, aber niemals eine Biegung behält, wenn man sie vor dem Abbrechen wieder frei läßt. (Londoner Ausstellungsbericht.)

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