Titel: Ueber das Färbende im Smaragd; von Prof. F. Wöhler.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 173/Miszelle 4 (S. 395–396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/mi173mi05_4

Ueber das Färbende im Smaragd; von Prof. F. Wöhler.

Als Vauquelin im Smaragd Chromoxyd entdeckte, erklärte er dasselbe ganz natürlich für die Ursache der Farbe dieses Edelsteins. Hr. Lewy, der 1858 eine sehr gründliche Abhandlung über das Vorkommen und die Zusammensetzung der Smaragde von Muso in Neu-Granada publicirt hat, ist dieser Ansicht nicht, sondern glaubt durch seine Versuche gefunden zu haben, daß das Färbende im Smaragd durch eine organische Substanz bewirkt werde, daher derselbe auch beim Glühen seine Farbe verliere. Da wir, Gustav Rose und ich, diese letztere Angabe bei Anwendung von Löthrohrhitze nicht bestätigt fanden, so gab dieß zu einigen anderen Versuchen Anlaß, aus denen wir schließen müssen, daß der Smaragd seine schöne Farbe in der That der darin enthaltenen kleinen Menge Chromoxyds verdankt.

Ein ganzes Stück von einem ziemlich tief grünen, aber wenig klaren Smaragdkrystall von Muso, nach dem Trocknen bei 100° Cels. 6,971 Grm. schwer, wurde in einem Platintiegel eine Stunde lang in einem Windofen einer Glühhitze ausgesetzt, bei welcher Kupfer leicht schmilzt. Nach dem Erkalten zeigte der Stein noch vollkommen die ursprüngliche grüne Farbe, er war nur undurchsichtig geworden. Er wog nun 6,858 Grm., hatte also nur 1,62 Procent an Gewicht verloren. (Lewy fand 1,66 Proc. Wasser und 0,12 Proc. organische Materie.) Er wurde fein gerieben und mit kohlensaurem Alkali und etwas Salpeter geschmolzen. Bei Behandlung der Masse mit Wasser wurde eine gelbe Lösung erhalten, aus der nach bekannten Methoden 0,013 Grm. oder 0,186 Proc. vom Gewicht des Smaragds Chromoxyd abgeschieden werden konnten.

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Lewy fand bei seinen Analysen so wenig Chromoxyd, daß er dessen Menge gar nicht angibt; auch ist er der Ansicht, daß eine so kleine Menge unmöglich eine so intensiv grüne Farbe hervorbringen könne.

Um über diese Frage Aufschluß zu erhalten, wurden 6,971 Grm. fein geriebenes weißes Glaspulver mit 13 Milligr. Chromoxyd, als der in jener Menge Smaragds gefundenen Menge, vermischt und in einem Thontiegel, der, umgeben mit Kohlenpulver, in einem größeren stand, zusammengeschmolzen. Die wohlgeflossene klare Glasmasse hatte dieselbe intensiv grüne Farbe, wie der angewandte Smaragd. Es kann also keinem Zweifel unterliegen, daß 13 Gewichtstheile Chromoxyd nahe an 7000 Gewichtstheilen eines Silicats eine tief grüne Farbe zu ertheilen vermögen. (Annalen der Chemie und Pharmacie, 1864, Bd. CXXII S. 492.)

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