Titel: Fäulnißwidrige Eigenschaften des Ammoniaks, von Dr. Richardson.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 173/Miszelle 9 (S. 398–399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/mi173mi05_9

Fäulnißwidrige Eigenschaften des Ammoniaks, von Dr. Richardson.

Das Ammoniakgas ist ein vortreffliches Mittel zur Conservation thierischer Flüssigkeiten und Gewebe, und eignet sich namentlich zur Aufbewahrung medizinischer Präparate, welche sich nach Versuchen des Verf's. Monate, selbst Jahre lang darin unverändert gehalten haben. Es ist aber zu diesem Zwecke nöthig, das Ammoniak allein anzuwenden; Materialien, welche erst in Weingeist lagen und dann dem Ammoniak ausgesetzt worden waren, verdarben stets. Zur Conservation von Flüssigkeiten, wie Milch oder Blut, braucht man nur den Ammoniakliquor hinzuzusetzen und es genügen dann schon etwa 20 Tropfen eines starken Liquors auf 2 Unzen. Für Gewebe thut man am besten, dieselben in eine Flasche oder unter eine Glasglocke zu bringen, eine Lage von Filz oder Leinwand beizufügen, welche mit 10 Tropfen bis 1 Drachme starkem Ammoniakliquors getränkt ist, und dann das Gefäß vor dem Zutritte der Luft zu verschließen.

Die Ursache der antiseptischen Eigenschaften des Ammoniaks ist darin zu suchen, daß es die Vereinigung des Sauerstoffs mit den oxydablen Körpern verhindert. 0,5 Grm. Ammoniak, welches man in 40 Kubikzoll Luft vertheilt hatte, war im Stande, die Einwirkung |399| des Sauerstoffs dieser Luft auf einen mit Jodkaliumkleister bestrichenen Papierstreifen gänzlich zu verhindern; erst als der Streifen wieder aus dem ammoniakalischen Raume entfernt war, fing er an sich blau zu färben. (Medical Times and Gazette; durch Wittstein's Vierteljahresschrift, Bd. XII S. 536.)

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