Titel: Ueber eine einfache Bereitungsweise einiger Naphtylaminverbindungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 173/Miszelle 7 (S. 480)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/mi173mi06_7

Ueber eine einfache Bereitungsweise einiger Naphtylaminverbindungen.

Da aus den Salzen des Naphtylamins sich bekanntlich sehr leicht durch Einwirkung verschiedener oxydirender Stoffe schön gefärbte Pigmente gewinnen lassen, so dürfte eine einfache Bereitungsweise dieser Salze hier nicht unwillkommen seyn. Löst man in einem Glaskolben Nitronaphtalin (durch Behandlung von Naphtalin mit Salpetersäure von 1,48 spec. Gewicht bei gewöhnlicher Temperatur leicht zu gewinnen) in der Siedhitze in der erforderlichen Menge gewöhnlichen Weingeistes auf, fügt dann circa ein gleiches Volumen gewöhnlicher Salzsäure hinzu und hierauf so viel Zinkblechstreifen, daß dadurch augenblicklich eine lebhafte Wasserstoffgasentwickelung eintritt, so erhält man in wenig Minuten eine völlig klare Auflösung, aus der nach der Filtration beim Erkalten in einiger Zeit das salzsaure Naphtylamin in schönen warzenförmigen Krystallen sich ausscheidet; wendet man bei diesem Reductionsverfahren statt der Salzsäure verdünnte Schwefelsäure unter gleichen Bedingungen an, so erhält man ebenso leicht das schwefelsaure Naphtylamin. Diese einfache Methode der Gewinnung von Naphtylaminsalzen wird von den betreffenden Industriellen sicherlich mit Freude begrüßt werden, wenn man erwägt, wie umständlich und zeitraubend die Gewinnung jener Salze nach den bisher bekannten, selbst den von Roussin jüngst empfohlenen Methoden war.

Läßt man eine concentrirte wässerige Lösung so gewonnenen salzsauren Naphtylamins mit einer Auflösung von salpetrigsaurem Kali oder Natron zusammentreten, so resultirt bekanntlich ein granatrother Farbstoff, welcher in Wasser absolut unlöslich, dagegen in Aether und Alkohol leicht löslich ist. Versetzt man andererseits eine Lösung des salzsauren Naphtylamins mit einer verdünnten Lösung von Eisenchlorid oder übermangansaurem Kali, so entsteht ein schönes indigblaues, in Wasser gleichfalls unlösliches, dagegen in Weingeist mit violetter Farbe lösliches Pigment. Die Anwendung dieser Reactionen auf die praktische Färberei liegt sehr nahe, und dürfte Manchem Veranlassung zu weiteren Versuchen in dieser Richtung geben. B. (Böttger's polytechnisches Notizblatt, 1864, Nr. 17.)

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