Titel: Anilinschwarz für den Zeugdruck.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 173/Miszelle 8 (S. 480–481)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj173/mi173mi06_8
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Anilinschwarz für den Zeugdruck.

Das Anilinschwarz macht unbestreitbare Fortschritte. Mit der Sicherheit der Handhabung und der Verminderung der Gefahr für die Faser, nimmt die Verbreitung desselben zu. Das anfänglich allein als Oxydationsmittel gebrauchte chlorsaure Kali wirkte sehr schädlich, man hat es später theilweise durch Ferridcyanammonium ersetzt und die Erfolge waren schon viel besser. Wir haben bereits eine Vorschrift darüber gegeben118), welche seither eine Modification erfuhr. Noch weitere Fortschritte sind aber gemacht worden. Man wandte sich zu einer Substanz, die nicht ein directes Oxydationsmittel ist, die im Gegentheil zu den oxydirbaren Substanzen gehört, nämlich Schwefelkupfer. Das aus Kupferoxydsalzen frisch gefällte Schwefelkupfer hat bekanntlich die Eigenschaft, unter Bildung von schwefelsaurem Kupferoxyd Sauerstoff begierig aufzunehmen. Es muß angenommen werden, daß von diesem Sauerstoff auch ein Theil auf das Anilin übergetragen wird. Wir wollen nicht sagen, daß die Erscheinung ihr Seitenstück finde in der längst bekannten, daß z.B. Terpenthinöl, ein der Oxydation fähiger Körper, mit Sauerstoff geschüttelt unter gewissen Bedingungen den Sauerstoff aufnimmt, aber an andere oxydable Substanzen sofort überträgt; allein eine Erscheinung ähnlicher Art ist die hier vor uns liegende. An ihr ist das die hoch anzuschlagende vortheilhafte Seite, daß die Faser von dieser Sauerstoffaufnahme nicht leidet. Es ist diese Methode in vielen Zeugdruckereien jetzt im Gebrauch; die Mischungsverhältnisse sind etwas verwickelt und nicht für alle Fälle gleich. Die Anilinfarbenfabrik von Müller und Comp. zu Basel liefert die Details der Vorschrift und die Materialien. Dr. Bolley. (Schweizerische polytechnische Zeitschrift, Bd. IX S. 106.)

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S. 77 in diesem Bande des polytechn. Journals.

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