Titel: Strohhut-Imitationen,
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 14 (S. 88)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi01_14

Strohhut-Imitationen,

die den feinsten Strohhüten täuschend ähnlich, leicht gewaschen werden können und höchst elastisch sind, bestehen nach den Mittheilungen des nieder-österreichischen Gewerbevereins aus einem gefärbten Baumwollgewebe, welches nach einer Zinkblechform ausgeschnitten, über ein Gypsmodell aufgezogen und auf beiden Seiten mit einer Mischung von Chromgelb, einer Auflösung von Traganthgummi in heißem Wasser und Alkohol, und dann mit einem Gemische von Collodium, Chromgelb und Traganthgummi überstrichen wird. Um das den echten Strohhüten eigenthümliche Geflecht darzustellen, wird von einem feinen Strohhute galvanisch eine Matrize angefertigt und durch Metallguß verstärkt, der Hut in diese Hutform gebracht und in seine Hohlung ein vulcanisirter, der innern Form sich anschließender Gummischlauch gelegt. Dieser Schlauch wird mit Wasser gefüllt und so mittelst einer hydraulischen Presse auf die Wände des Hutes ein Druck von 18–21 Atmosphären ausgeübt, wodurch man einen außerordentlich scharfen Abdruck erhält. Der Hut kommt dann in eine zweite Presse, welche eine mit Filz ausgefütterte Form hat, wahrscheinlich um die zu starken Stellen des Abdruckes etwas zu mildern. Ein solcher Hut kostet im Detailverkauf nur 5 Francs, während der echte feine Florentinerhut zu 40 Frcs. verkauft wird. Die Fabrik von Simonnett in Paris liefert mittelst 3 hydraulischer Pressen in 10 Arbeitsstunden täglich 400 Damenhüte.

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