Titel: Brittische Stahlfabrication.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 2 (S. 83)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi01_2

Brittische Stahlfabrication.

Der Sitz der englischen Stahlfabrication und Stahlverarbeitung ist Sheffield. Man verarbeitet daselbst jährlich an 304,800 Zollcentner aus englischem Kohksroheisen gewonnenes Stahleisen auf Wagenfedern und geringere Stahlwaaren, so wie zu den besseren Stahlwaaren an 700,000 Ctr. importirtes schwedisches Stabeisen nach vorheriger Cementation. Daneben werden große Mengen Bessemerstahl und Homogenstahl verarbeitet. Der aus englischem Roheisen erzeugte Bessemerstahl besitzt wenig Elasticität, ist keiner brauchbaren Härtung fähig, eignet sich weder zu Federn, noch zu Schneidewaaren, wird deßhalb wohl nur Bessemermetall genannt und dient als ein etwas kohlenstoffreiches, daher hartes und sehr festes Schmiedeeisen statt eines solchen, z.B. zu Eisenbahnschienen, Tyres, Dampfkesselblech etc. Er zeigt nicht diejenigen Fehler des gewöhnlichen Stabeisens, welche dadurch entstehen, daß letzteres am Ende des Frischens nicht, wie das Bessemermetall, flüssig geworden. Soll das englische Bessemermetall zu Schneidewaaren verarbeitet werden, so bedarf es eines Umschmelzens desselben in Tiegeln mit Braunstein und Holzkohle. Der schwedische Bessemerstahl ist von besserer Qualität, härtungsfähig und direct als Werkzeugstahl zu verwenden. – Der Homogenstahl (homogeneous steel), durch Schmelzen von englischem Stabeisen mit gewissen, geheim gehaltenen Zusätzen, zuweilen nur Kohle bereitet, gleicht in seiner Constitution dem Bessemermetall, ist ein hartes Stabeisen, läßt sich ebenfalls nicht härten und wird z.B. zu Dampfkesselblechen verarbeitet. (Amtlicher Bericht über die Londoner Industrie-Ausstellung von 1862.)

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