Titel: Zerfallen des Salmiaks in kochendem Wasser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 8 (S. 85–86)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi01_8

Zerfallen des Salmiaks in kochendem Wasser.

Die Beobachtung, daß H. Rose's Methode der Scheidung der Thonerde von Kalk und Magnesia bisweilen, wenn zu lange gekocht wird, nicht gelingt, indem die |86| von Ammoniak völlig frei gekochte Lösung wieder sauer wird und Thonerde löst, brachte R. Fittig auf den Gedanken, daß der Salmiak schon bei Kochhitze im Wasser sich zerlege und diese Muthmaßung ist durch specielle Versuche völlig bestätigt worden (Annalen der Chemie und Pharmacie, Bd. CXXVIII S. 189).

Es wurde völlig reiner, selbst dargestellter Salmiak mit allen erdenklichen Vorsichtsmaßregeln in reinem Wasser gelöst, mit Salzsäure angesäuert und nun einer Destillation unterworfen, bei welcher die Producte verdichtet und in bestimmten Intervallen untersucht wurden. Es wurde das Destillat mit gerötheter Lackmustinctur versetzt, die sich sogleich blau färbte, und mit titrirter Salzsäure neutralisirt; andererseits prüfte man den Retorteninhalt mit einer titrirten Natronlösung.

Es zeigte sich, daß, wenn man 10 Grm. Salmiak in 400 Kub. Cent. Wasser successiv bis auf 50 Kub. Cent. Rückstand abdestillirt hatte, sich so viel Ammoniak verflüchtigte, daß es 1/2 Proc. von dem im Salmiak enthaltenen ausmachte; daß ferner die größte Quantität desselben im Anfang der Operation fortgieng und daß nachher (nach den zweiten 30 Kub. Cent.) eine gewisse Constanz eintrat.

Diese Versuche beweisen noch schlagender als diejenigen von Pebal (polytechn. Journal Bd. CLXVIII S. 237) ein Zerfallen des Salmiaks in höherer Temperatur, da hier keine Diffusion durch Diaphragmen als Ursache des Zerfallens eingewendet werden kann. (Journal für praktische Chemie, Bd. XCII S. 379.)

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