Titel: Ueber den Schwefelgehalt des Bernsteins.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 10 (S. 166)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi02_10

Ueber den Schwefelgehalt des Bernsteins.

Wenn man nach E. Baudrimont (Comptes rendus, t. LVIII p. 678) Bernstein in einer Probirröhre erhitzt und in den weißen Rauch ein mit Bleilösung befeuchtetes Papier hält, so schwärzt sich dieses augenblicklich. So verhielten sich alle vom Verf. untersuchten Bernsteinproben; er bestimmte deßhalb den Schwefel quantitativ durch Oxydation mit Aetzkali und Salpeter, und erhielt aus 2 Grm. durchsichtigem Bernstein 0,07 Grm. schwefelsauren Baryt oder 0,4805 Proc. Schwefel. Diese Zahl ist jedoch das Maximum, wie verschiedene Analysen zeigten; so gaben 2 Grm. weißer undurchsichtiger Bernstein, der bekanntlich reicher an Bernsteinsäure seyn soll als der durchsichtige, 0,036 Grm. schwefelsauren Baryt, d. i. 0,2403 Procent Schwefel.

Es ist sehr wahrscheinlich, ja fast gewiß, daß der Schwefel in Verbindung mit der organischen Substanz im Bernstein enthalten ist; denn bei einer Temperatur destillirt, wo sich der Bernstein zu zersetzen beginnt, erhält man Schwefelwasserstoff, Kohlensäure, Kohlenoxyd und Kohlenwasserstoffe; auch gibt der in Aether lösliche Theil des Bernsteins Schwefelwasserstoff bei der trockenen Destillation.

In den dem Bernstein ähnlichen Producten wie Copal – und Dammarharz fand der Verf. keinen Schwefel. (Journal für praktische Chemie, Bd. XCII S. 448.)

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