Titel: Die Telegraphenapparate von Professor Gloesener in Lüttich auf der allgemeinen Londoner Industrie-Ausstellung im Jahre 1862.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 2 (S. 161)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi02_2

Die Telegraphenapparate von Professor Gloesener in Lüttich auf der allgemeinen Londoner Industrie-Ausstellung im Jahre 1862.

In unserer Quelle wird angeführt, daß Hr. Gloesener mehrere Exemplare seiner elektromagnetischen Chronographen, dann drei verschiedene Schreibtelegraphen seiner neuesten Verbesserungen, eine elektrische Uhr, in welcher die Bewegung durch alternirende Ströme von wechselnder Richtung stattfindet, sowie Relais- und registrirende Multiplicatoren verschiedener Construction ausgestellt hat. Aus den kurzen Andeutungen über die an genannten Apparaten vorgenommenen Verbesserungen heben wir bloß das heraus, was über die elektromagnetischen Schreibtelegraphen hier erwähnt ist, da die Chronographen des Hrn. Gloesener in diesem Journale (Bd. CLXIV S. 40) bereits beschrieben worden sind, und außerdem die meisten seiner neuesten Verbesserungen von Hrn. Gloesener selbst publicirt wurden.35) Bei einem Systeme seiner Schreibtelegraphen hat Hr. Gloesener den Schreibstift (nach Art der John'schen Einrichtung) durch ein Scheibchen (oder Rädchen) ersetzt, das mit farbiger Tinte die Zeichen auf dem vorüberziehenden Papierstreifen darstellt; bei einem zweiten kann abwechselnd mit zwei solchen Scheibchen (ähnlich wie bei dem Stöhrer'schen Doppelstiftapparate etc. mittelst zweier Stifte) die Depesche auf zwei Zeilen dargestellt werden, endlich bei einem dritten wird eine oder es werden zwei Federn mit farbiger Tinte benutzt. Bei allen drei Systemen arbeitet der Ankerhebel unter der Einwirkung von alternirenden Strömen, nämlich durch den bei wechselnder Stromrichtung entstehenden Polwechsel der Elektromagnete, das Relais ist weggelassen, und die Abreiß- oder Spannfeder ersetzt Hr. Gloesener durch magnetische Wirkungen; bei dem dritten Apparate ist der Transmetteur (Manipulator oder Schlüssel) so angeordnet, daß nach jedem gegebenen Signale auch Signale empfangen werden können. Die Elektromagnete sind 6 Centim. lang und haben einen Durchmesser von 5 Centim., die Eisenkerne sind 3 bis 4 Millim. dick, und bei den Doppelschreibapparaten werden zwei vertical stehende Doppel-Elektromagnete in Anwendung gebracht. Auf derselben Grundplatte mit letzteren befinden sich eine oder zwei verticale Säulen (je nachdem der Apparat ein einfacher ist, oder als Doppelschreiber benutzt werden will), auf welchen an Schraubenspitzen suspendirt, die magnetisirten Anker – flache Stahlmagnete – drehbar angeordnet sind, so daß sie, parallel zu einander gerichtet, ihre ungleichnamigen Pole an derselben Seite haben. Beim Durchgange des Stromes nach einem Sinne kommt der eine Anker in seine Arbeitslage, während der andere in Ruhe verbleibt, bei statthabendem Stromwechsel muß letzterer in seine Arbeitslage kommen, während jener in Ruhe verbleibt; der Schlüssel ist dabei so angeordnet, daß beim Niederdrücken jener, beim Loslassen derselben der zweite Stromdurchgang bewerkstelligt wird. Um die Abreißfeder entbehrlich zu machen, hat Hr. Gloesener eine der elektromagnetischen Spiralen anstatt mit einem, mit zwei durch ein Holzstück von einander getrennten Eisenkernen versehen, die mit einem doppelschenkligen Magneten beständig in Contact stehen, also der Influenz des letzteren beständig ausgesetzt bleiben. (Aus der Schrift: Exposition universelle de Londres 1862, XIIIme Classe. Rapport par A. de Vaux.)

C. K.

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Man s. T'raité général des applications de l'électricité par Mons. Gloesener. Tome premier. Paris et Liège 1861, gr. 8°.

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