Titel: Ueber Darstellung von schmiedbarem Gußeisen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 5 (S. 162–163)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi02_5

Ueber Darstellung von schmiedbarem Gußeisen.

In der Versammlung der Mitglieder des Vereins für Gewerbfleiß in Preußen, im Monat Juni d. J., legte Hr. Bergassessor Dr. Wedding Proben von schmiedbarem Gußeisen vor, welche auf der königl. Eisengießerei zu Berlin dargestellt worden waren, und erläuterte die Beschaffenheit der Materialien, welche zur Erzeugung solcher Gegenstände erforderlich sind. Das Gußeisen muß nur chemisch gebundenen Kohlenstoff enthalten, also weiß seyn (am besten durch Mischung von grauem und weißem Roheisen erzielt), frei von Mangan und möglichst frei von Silicium, Phosphor und Schwefel. Das Material zur Entkohlung ist am besten quarzfreier Rotheisenstein von mulmiger Beschaffenheit. Die Erhitzung der Gußwaaren mit demselben erfolgt in eisernen Gefäßen bei einer niedrigen, aber lange andauernden Hitze (2–3 Wochen).

Während sich diese Methode für solche Waaren eignet, die ohne weitere Verarbeitung eine scharfe Form (Ecken und Kanten) haben sollen, ist die Darstellung eines stahlartigen Eisens durch Zusammenschmelzen von Roh- und Stabeisen für solche Gegenstände geeignet, bei welchen es nicht auf scharfe Formen ankommt, oder die nachträglich bearbeitet werden sollen.

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Beide Methoden sind übrigens schon sehr alt und schon um das Jahr 1722 von Réaumur veröffentlicht worden. (Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen, 1864 S. 118.)

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