Titel: Darstellung eines schnell trocknenden Leinölfirnisses.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 9 (S. 165–166)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi02_9

Darstellung eines schnell trocknenden Leinölfirnisses.

Die bayerische Gewerbezeitung behandelt die Frage, „auf welche Weise der Leinölfirniß so anzufertigen sey, daß er schnell trockne und den Pergament- und Zinkanstrich in keiner Weise selbst nach Jahren verändere“ in einem Aufsatze, dem wir auszugsweise das Folgende entnehmen:

Selbst bei den Permanentweiß- und Zinkweißanstrichen werden häufig unwissentlich bleihaltige Leinölfirnisse angewendet, so daß auch ihre weiße Farbe durch Schwefelwasserstoff unter Bildung von Schwefelblei rasch gelblich und unscheinbar wird, was wohl der Hauptgrund seyn mag, daß das Pergamentweiß wie das Zinkweiß noch nicht |166| die allgemeine Verwendung gefunden haben, welche sie wegen ihrer Billigkeit und ihrer Eigenschaft, schöne, dauernde, weiße Anstriche zu bilden, verdienen.

Die meisten Leinölfirnisse werden mittelst eines Bleipräparates, wie Glätte, Bleiweiß etc. dargestellt; um bleifreie Firnisse zu erhalten, hat man borsaures Manganoxydul anzuwenden. Die meisten Darstellungsweisen liefern ein eisenhaltiges Manganpräparat, wodurch der Anstrich von Zink- oder Pergamentweiß schon nach 14 Wochen einen gelblichen Schein erhält.

Zur Darstellung eines chemisch reinen borsauren Manganoxyduls können zweckmäßig die Rückstände von der Chlordarstellung benutzt werden, aus denen man durch Zusatz von etwas kohlensaurem Natron, während die Flüssigkeit noch warm ist und nach Chlor riecht, das Eisen entfernt und nach dem Filtriren borsaures Manganoxydul durch Zusatz einer Boraxlösung fällt. Das Mangansalz wird mehrmals mit Wasser ausgesüßt und bei gelinder Wärme zwischen Filtrirpapier getrocknet.

Zur Bereitung des Leinölfirnisses werden 6 Loth borsaures Manganoxydul mit circa 1/2 Pfd. altem abgelagertem Leinöle zu einer dünnen breiartigen Masse angerieben und zu 49 1/2 Pfd. abgelagertem siedenden Leinöle zugesetzt, worauf man noch einmal aufkochen läßt; dann wird der Firniß in einen Ballon gegeben und hierin 14 Tage lang ruhig stehen gelassen, worauf der geklärte Theil abgegossen und beliebig verwendet werden kann.

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