Titel: Kautschuklösung zum Repariren von Gummischuhen und zur Befestigung von Ledersohlen auf Gummischuhe; von Prof. Dr. Artus.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 13 (S. 248)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi03_13

Kautschuklösung zum Repariren von Gummischuhen und zur Befestigung von Ledersohlen auf Gummischuhe; von Prof. Dr. Artus.

Vielfach deßhalb an mich gerichtete Anfragen, wie auch in neuester Zeit solche in mehreren technischen Journalen angeregt, veranlaßten mich, eine Reihe Versuche anzustellen, um diesen Gegenstand zur Erledigung zu bringen.

Man kennt schon lange die Löslichkeitsverhältnisse des Kautschuks in Schwefelkohlenstoff, und doch hat man diese zu oben gedachtem Zwecke noch nicht so benutzt, wie es die Masse zuläßt. Der Grund hiervon liegt nahe, insofern als in der Regel die Substanzen in dem entsprechenden Verhältnisse nicht angewendet werden, dann aber auch, und was ganz besonders zu berücksichtigen ist, gehört der Schwefelkohlenstoff zu den sehr flüchtigen Stoffen, wodurch die Masse in der Regel so schnell dick wird, daß sie die Verarbeitung bedeutend erschwert. Was die Lösung des Kautschuks selbst betrifft, so bereitet man dieselbe, indem man 2 Gewichtstheile Kautschuk zerschneidet und in ein blechernes Gefäß bringt, hierauf mit 12 bis 14 Th eilen Schwefelkohlenstoff übergießt; zur Unterstützung der Löslichkeit wird das blecherne Gefäß in ein Gefäß mit Wasser gestellt, welches zuvor bis auf etwa 30° Cels. erwärmt worden war. Auf diese Weise erfolgt die Lösung sehr schnell; allein sie wird so schnell dick, daß in der Regel hieran die Verwendung scheitert; um diesem Uebelstande zu begegnen, das zu schnelle Eintrocknen zu verhindern, wird der Lösung von Kautschuk in Schwefelkohlenstoff noch eine Lösung von Kautschuk und Colophonium in Terpenthinöl zugesetzt und zwar so viel, bis sie die Consistenz eines dünnen Breies erlangt hat. letztere Lösung erhält man, wenn man 1 Theil Kautschuk zerschneidet, ihn in ein Gefäß gibt und so lange über gelindem Kohlenfeuer erwärmt, bis der Kautschuk flüssig wird, worauf dann 1/2 Theil zerstoßenes Colophonium zugesetzt und zusammengeschmolzen wird; ist die Masse flüssig geworden, so werden 3, auch 4 Theile Terpenthinöl nach und nach hinzugefügt. Durch den Zusatz letzterer Lösung wird verhindert, daß die Masse zu schnell erhärtet, indeß erhält man eine Masse, die obigem Zwecke vollkommen entspricht. (Artus' Vierteljahresschrift, 1863 S. 409.)

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