Titel: Fabrication der gezogenen schmiedeeisernen Röhren in Wolverhampton (Staffordshire).
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 2 (S. 242–243)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi03_2

Fabrication der gezogenen schmiedeeisernen Röhren in Wolverhampton (Staffordshire).

Als Rohmaterial dienen gewalzte flache Eisenschienen von etwa 10 Fuß Länge, einer etwas größeren Breite, als der Peripherie der Röhre entspricht und verhältnißmäßiger Dicke. Diese Schienen werden in einem Flammofen auf etwas mehr als die Hälfte ihrer Länge rothglühend gemacht und dann unter einer Art Stanze mit 5 Fuß langer, halbrunder Bahn halbrund gebogen, worauf sie unter derselben Stanze, aber einem anderen Theile ihrer Bahn, oben zusammengedrückt werden. Diese Stanze oder Presse wird wie eine Blechschere oder Luppenquetsche continuirlich durch Maschinenkraft auf- und niederbewegt. Wenn die eine Hälfte der Eisenschiene auf diese Weise ihre rohe Gestalt erhalten hat, kommt die andere Hälfte in's Feuer und wird ebenso bearbeitet. Alsdann kommt die rohe Röhre in den Schweißofen, welcher aus drei parallelen schmalen Herden von etwas größerer Länge als die der Röhren besteht. Er wird durch ein Gebläse von 5 oder 6 nebeneinander liegenden Formen seiner ganzen Länge nach auf Weißgluth erhalten. Die rohe Röhre kommt nach einander in alle drei Abtheilungen. Vor der dritten rotirt eine sehr starke Kette ohne Ende, welche durch Maschinenkraft bewegt wird. Die Greifzange, mit welcher die Röhre herausgezogen wird, wird in die Kette eingehakt und die jetzt weißglühende Röhre dadurch mitgenommen. So wie sie den Ofen verläßt, hat sie einen Ring zu passiren, welcher aus zwei getrennten Hälften besteht; die untere ist fest, die obere wird von einem Arbeiter an einem langen Hebelarm niedergedrückt. In diesem Augenblicke vereinigen sich die beiden Enden der zusammengebogenen Eisenschienen, welche ich bis jetzt rohe Röhre genannt habe, |243| und die jetzt erst geschweißte Röhre wird zugleich ihrer Länge nach ausgezogen. Natürlich werden für verschiedene Weiten verschiedene Ringe eingesetzt. So wie die Röhren aus dem Ofen herauskommen, brauchen sie nur noch gerichtet und an den Enden beschnitten zu werden. Dr. Lunge. (Breslauer Gewerbeblatt, 1864, Nr. 21.)

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