Titel: Eine Bereitung von Zinnsulfid als neuer gelber Malerfarbe; von V. Kletzinsky.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 7 (S. 245)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi03_7

Eine Bereitung von Zinnsulfid als neuer gelber Malerfarbe; von V. Kletzinsky.

Die Bereitung einer solchen gelben Malerfarbe, welche durch Schwefelwasserstoff, Luft und Licht nicht leidet, und im Tone das Neapelgelb (eine veränderliche Bleifarbe) zu ersetzen vermag, gelang auf folgende Weise: 4 Theile Zinnsalz werden in 20 Theilen Wasser gelöst, das früher mit 2 Theilen concentrirter Salzsäure oder 1 Theil concentrirter Schwefelsäure versetzt wurde; diese Lösung wird bis zum beginnenden Kochen erhitzt und mit schwefligsaurem Gase gesättigt, wozu ungefähr die Menge von Schwefligsäure erforderlich ist, welche 1 Gewichtstheil Schwefel zu liefern vermag. Der Proceß spielt sich nach folgender Bedingungsgleichung ab: 3 SnCl + 2 HO + SO³ HO + 5 SO² = Sn S² + 2 (Sn O², 2 SO³) + 3 H Cl. Filtrirt man die während des Erkaltens mit Schwefligsäure gesättigte, gelb gefällte Flüssigkeit, so bleibt die neue Farbe, das Musivgelb, das neapelgelbe Zinnsulfid auf dem Filter und kann sofort gewaschen und getrocknet werden, während das Filtrat beim Destilliren Salzsäure im Destillate und Zinnvitriol im Retorten-Rückstande liefert.

Wenn man das reine, trockene Musivgelb aus einem Glaskolben bei Glühhitze und gehemmtem Luftzutritte sublimirt, so erhält man prachtvolles Musivgold in großen goldglänzenden Schuppen und Flittern von einer Reinheit und einem Feuer, wie dieß das nach alter Methode bereitete Musivgold niemals zeigt. (Jahresbericht der Wiedner-Oberrealschule, 1864.)

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