Titel: Versuche mit den Sicherheitsventilen des Prof. J. Klotz in Gratz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 1 (S. 321)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi04_1

Versuche mit den Sicherheitsventilen des Prof. J. Klotz in Gratz.

Diese, im polytechn. Journal Bd. CLXII S. 4 beschriebenen Ventile, welche jetzt u.a. an den meisten stabilen wie Locomotivkesseln der Kaiserin-Elisabethbahn angebracht sind, wurden kürzlich Versuchen unterzogen, über welche Ritter v. Löwenthal im österreichischen Ingenieurverein berichtete. 1) Die Hebung des Ventils betrug 0,3 bis 0,6''' Wien., während unter ganz ähnlichen Verhältnissen durch v. Burg an gewöhnlichen Ventilen ausgeführte Versuche viel geringere Hebungen ergaben; dennoch war diese Hebung stets geringer, als sie nach einer von Burg aufgestellten Formel seyn müßte, um allen erzeugten Dampf abzuführen, was doch geschah. 2) Die Dampfspannung stieg, nachdem sich das Ventil einmal gehoben hatte, selbst im ungünstigsten Falle nur um 2 1/2 Pfd. bei 54, also kaum um 5 Proc. des Werthes, obwohl das Feuer lebhaft beschickt und über 1/4 Stunde jedesmal fortgesetzt wurde; wurde durch Niederhalten des Hebels die Spannung auch noch mehr gehoben, so genügten wenige Minuten, nachdem der Hebel wieder frei war, um dem Dampfe die Spannungszunahme wieder verlieren zu lassen. Dagegen fand Ingenieur Baillie unter ähnlichen Umständen bei einem gewöhnlichen Ventil eine Steigerung der Spannung von 64 auf 105 Pfd. in 4 Min. 3) Der ausströmende Dampf drückt noch immer, wenn auch weit schwächer als der in der Röhre stehende, auf den Ring des Ventils. 4) Der Ventilberechnung ist, wie dieß auch stets bei conischen Ventilen geschieht, mindestens der mittlere Durchmesser zu Grunde zu legen. Demnach scheint Klotz's Ventil wenigstens für stabile Kessel, an denen bisher Versuche angestellt wurden, allen praktischen Anforderungen völlig zu entsprechen und verdient dasselbe eine gründlichere Untersuchung und Würdigung.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: