Titel: Anilinroth in Verbindung mit Fetten und Oelen; von Dr. Emil Jacobsen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 8 (S. 405)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi05_8

Anilinroth in Verbindung mit Fetten und Oelen; von Dr. Emil Jacobsen.

Um Fette und Oele mit Anilinroth zu verbinden, resp. damit zu färben, scheidet man zunächst aus käuflichem Fuchsin (arsensaurem Rosanilin) das Rosanilin durch Erwärmen mit verdünnter Natronlauge oder Digestion mit Salmiakgeist ab, wäscht, trocknet und trägt es in Oelsäure (oder schmelzende Stearinsäure), so lange diese noch etwas davon auflöst, oder man bringt beide Körper in äquivalenten Verhältnissen zusammen. Ein Ueberschuß an Oelsäure ist, wenn man Firniß färben will, zu vermeiden, weil dadurch das Trocknen, verlangsamt wird. Oel- oder stearinsaures Rosanilin lösen sich leicht in Fetten oder Oelen und färben diese schon in äußerst geringen Mengen intensiv roth. Will man Leinölfirniß färben, so muß dieser bleifrei seyn. Leider büßt dieses Roth in Fetten und Oelen viel von seinem Feuer ein und wird, wahrscheinlich durch die reducirende Wirkung der Fettsäuren, sehr blau. Am besten erhält sich die rothe Farbe als solche in Leinölfirniß. Stearin mit öl- oder stearinsaurem Rosanilin gefärbt, sieht mißfarbig blauroth aus. Merkwürdig, daß auch das sonst so indifferente Paraffin auf die fettsauren Rosanilinverbindungen, und zwar in auffallendster Weise, reducirend einwirkt, es nimmt mit denselben durch Zusammenschmelzen gefärbt fast ganz das Roth hinweg und wandelt es in ein schmutziges Violett um. Es ist demnach das Anilinroth zum Rothfärben von Stearin- oder Paraffinkerzen unanwendbar. Das in Oelfirniß lösliche ölsaure Rosanilin wäre für die Oelmalerei als Lasurfarbe gewiß von Bedeutung, wenn es nicht gar zu unbeständig wäre. Ein mit solchem rothen Firniß überstrichener Papierstreifen verblich, dem Lichte ausgesetzt, innerhalb weniger Tage, während ein anderes mit Krapplack überzogenes Papierstück in derselben Zeit noch keine Abnahme in der Tiefe des Tones zeigte. Bleiweiß mit dem Anilinrothfirniß zusammengerieben, zerstört das Roth sehr rasch. Das ölsaure Rosanilin dürfte sich dagegen ganz gut zum Färben von Haarölen und Pomaden eignen. (Aus des Verf. chemisch-technischem Repertorium, 1864, J. Halbj. S. 17.)

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