Titel: Ueber flüssigen Leim; von Balland in Toul.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 10 (S. 463–464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi06_10

Ueber flüssigen Leim; von Balland in Toul.

In den Comptes rendus von 1852 (polytechn. Journal Bd. CXXVI S. 122) findet man ein Mittel, mit Hülfe von Salpetersäure einen flüssigen, unveränderlichen Leim zu bereiten, dessen Eigenschaften nahezu die nämlichen sind wie die des gewöhnlichen Leimes.

Diese Eigenschaften sind nur nahezu dieselben, denn dieser Leim trocknet viel langsamer, er hat nie dieselbe Bindekraft, er absorbirt endlich viel leichter die Feuchtigkeit der Luft. Wenn man dagegen die Salpetersäure durch Essigsäure ersetzt, so kann man einen Leim herstellen, welcher ebenso flüssig als unveränderlich ist, dessen Säure sich aber während des Trocknens verflüchtigt und der einmal trocken, sich gar nicht von dem gewöhnlichen Leim unterscheidet.

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Um ihn herzustellen, darf man nur in einem verschlossenen Glase gröblich zerstoßenen Leim mit Essigsäure behandeln; der Leim löst sich in der Säure, wie das Gummi in Wasser. Die Lösung geht viel rascher vor sich, wenn man das Glas den warmen Sonnenstrahlen aussetzt oder es in lauwarmes Wasser taucht. Das Verhältniß zwischen Säure und Leim kann je nach der gewünschten Consistenz verschieden seyn. Man braucht etwas mehr Säure, wenn es kalt ist; für eine Temperatur von 15° C. geben 100 Theile Säure und 38 Theile Leim eine passende Consistenz. (Journal de Pharmacie et de Chimie; neues Repertorium für Pharmacie, Bd. XIII S. 323.)

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