Titel: In England angewendete Vorrichtungen zum Schutz der Athmungsorgane.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 12 (S. 464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi06_12

In England angewendete Vorrichtungen zum Schutz der Athmungsorgane.

Die Nasen- und Mundapparate, welche in England gewöhnlich Respirators genannt werden, haben sich seit einigen Jahren sehr verbreitet. Es gibt zwei Arten dieser Respiratoren: die einen, für welche Dr. Stenhouse zu London die Priorität beansprucht, bestehen aus einer dünnen Holzkohlenschicht, welche zwischen zwei Drahtnetzen mit groben Maschen eingeschlossen ist, und dienen zum Schutz gegen Gase und Dämpfe.106) Die anderen, viel gebräuchlicheren, bestehen, nur aus Drahtnetzen mit sehr engen Maschen und bewahren vor Staub jeder Art. Die ersteren werden für die Arbeiten in den Abzugscanälen, Hospitälern und anderen ähnlichen Etablissements empfohlen. Man hat sich derselben in den Abzugscanälen der Stadt London, so wie in denen von Glasgow bedient; sie haben aber an Bedeutung verloren, seitdem diese unterirdischen Canäle verbessert worden sind. Im Guy's Hospital wendet man sie bei der Behandlung gewisser ansteckender oder mit widerlichen Gerüchen behafteter Krankheiten an.

Die Drahtrespiratoren sind in mehreren Fabriken, namentlich in Gießereien, im Gebrauch. In der großen Glasfabrik von Chance zu Spon-Lane bei Birmingham bedienen sich die Arbeiter, welche mit dem Zermahlen der Rohmaterialien, mit der Pulverisirung des Schmirgels, hauptsächlich aber die, welche mit der Zusammensetzung der Mischungen (Kalk, schwefelsaures Natron, Arsenik, Mangan etc.) beschäftigt sind, regelmäßig jener Respiratoren.107) Uebrigens ist man in Birmingham für diese Apparate so eingenommen, daß sie Privatleute bei starkem Rauch tragen. Es ist zu wünschen, daß sich die Anwendung derselben in mehreren Gewerben, in denen man sie noch nicht kennt, verbreitet, z.B. in den Arsenfabriken, um sich gegen den feinen Staub des Sublimats der arsenigen Säure zu schützen. (Aus dem Bericht des Ingenieurs Ch. de Freycinet a. a. O.)

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Als vorzüglicher empfiehlt Dr. Stenhouse die platinisirte Holzkohle, d.h. die mit Platinchlorid präparirte (s. darüber polytechn. Journal Bd. CXXXVIII S. 378). Es scheint, daß während des Krimkrieges in den englischen Lazarethen gewichtige Versuche gemacht worden sind.

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Einer von ihnen sagte uns, daß diese Respiratoren „mit Gold aufgewogen“ werden müßten, dieß waren seine Worte, und ein Anderer, daß er ohne dieselben nicht zwei Monate bei Hrn. Chance hätte bleiben können.

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