Titel: Ueber die Zusammensetzung des Steinkohlen-Leuchtgases, von Professor Landolt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 4 (S. 460–461)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi06_4

Ueber die Zusammensetzung des Steinkohlen-Leuchtgases, von Professor Landolt.

In der zu Bonn im October d. J. abgehaltenen Herbst-Versammlung des naturhistorischen Vereins der preußischen Rheinlande und Westphalens hielt Hr. Professor Landolt einen Vortrag über die Zusammensetzung des Steinkohlen-Leuchtgases. Nach Anführung sämmtlicher Körper, welche bis dahin in demselben nachgewiesen wurden, theilte er die Resultate einiger Versuche mit, welche den Zweck hatten, die Menge des Acetylens C⁴H² im Leuchtgase quantitativ zu ermitteln. Es wurden gemessene Volumina Gas zuerst durch concentrirte Schwefelsäure und hierauf durch eine ammoniakalische Lösung von Kupferchlorür geleitet, der erhaltene rothe Niederschlag sammt der Flüssigkeit zum Kochen erhitzt, um das gleichzeitig absorbirte Aethylen auszutreiben, und hierauf das zurückbleibende reine Acetylenkupfer durch Erwärmen mit Salzsäure zersetzt. Das ausgeschiedene Acetylengas bestimmte man volumetrisch. Es ergab sich, daß in dem Bonner Leuchtgas ungefähr 0,07 Volumprocente dieses Kohlenwasserstoffs enthalten sind.

Der Vortragende theilte ferner eine Reihe Analysen von Steinkohlengas aus verschiedenen Städten mit. Dieselben zeigten, daß die Zusammensetzung des Gases überall ziemlich die nämliche ist und innerhalb verhältnismäßig geringer Grenzen schwankt. So wurden z.B. folgende Zahlen erhalten:

Leuchtgas aus: Heidelberg. Breslau. Bonn.
Wasserstoff 41,04 40,70 39,80 Volumprocente
Grubengas 40,71 39,82 43,12
Kohlenoxyd 7,64 4,01 4,66
schwere Kohlenwasserstoffe 7,28 4,96 4,75
Kohlensäure 0,58 0,41 3,02
Stickstoff 2,75 10,10 4,65
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Die Analysen waren nach den Bunsen'schen Methoden ausgeführt worden. (Berggeist, 1864, Nr. 95.)

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