Titel: Ueber die Nachweisung des Goldes auf vergoldeten Metallwaaren; von Dr. E. Thiel in Darmstadt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 5 (S. 461)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi06_5

Ueber die Nachweisung des Goldes auf vergoldeten Metallwaaren; von Dr. E. Thiel in Darmstadt.

Bei sehr schwach vergoldeten Metallwaaren ist es oft schwierig, mit Sicherheit das Gold nachzuweisen, indem sowohl die Probe mit Salpetersäure als auch das von R. Weber vorgeschlagene Verfahren (polytechn. Journal Bd. CLIV. S. 394) zweifelhafte Resultate gibt.

Bei Ausführung einer derartigen Untersuchung brachte der Verfasser das letztgenannte Verfahren in Anwendung, und nahm dabei Veranlassung, seine Zuverlässigkeit einer näheren Prüfung zu unterwerfen.

Um nämlich bei etwa sich ergebenden Zweifeln einen Anhaltspunkt zur Vergleichung zu haben, ließ der Verfasser eine Messingplatte in einer galvanoplastischen Anstalt auf der einen Seite mit einer möglichst schwachen Vergoldung versehen und suchte nun die darauf abgelagerte Goldmenge dem Gewicht nach zu bestimmen.

Die Gegenstände, welche mit einer Vergoldung versehen werden sollen, müssen bekanntlich zu diesem Zweck mehrmals durch Bürsten u.s.w. gereinigt werden; sie erleiden dadurch einen Gewichtsverlust, so daß die abgelagerte Goldmenge keineswegs aus dem Gewichtsunterschied vor und nach der Vergoldung unmittelbar bestimmt werden kann. Zur Ermittelung dieses durch die Reinigung u.s.w. bedingten Gewichtsverlustes wurde eine zweite Messingplatte genau von derselben Größe sorgfältig denselben Operationen unterworfen, aber nicht vergoldet.

Beide Platten waren 10 Centimeter lang und 5,5 Centimeter breit. Das Gewicht der vergoldeten betrug:

nach der Vergoldung 22,783 Grm.
vor der Vergoldung. 22,773 „

und das der nicht vergoldeten:

vor der Reinigung 28,235 Grm.
nach derselben 23,228 „

Letztere hat sonach 7 Milligrm. bei diesen Operationen verloren. Nimmt man nun diesen Verlust auch bei der anderen Platte an, so betrug auf derselben die abgelagerte Goldmenge 17 Milligrm. Auf einen Quadratcentimeter Fläche kam sonach 17/55 = 0,309 Milligramme Gold, oder, das Gewicht von 1 Kubikcentim. Gold zu 19,265 Grm. angenommen, betrug die Dicke der Goldschicht 0,0001604 Millimeter.

Diese Platte zeigte bei dem Daraufbringen eines Tropfens der Probeflüssigkeit nicht die mindeste Andeutung eines schwarzen Flecks. Das Gold bildete sonach immer noch eine vollständig zusammenhängende Schicht.

Bei den zu untersuchenden Gegenständen ergaben sich nun Andeutungen von Flecken, man konnte also sagen, daß bei ihnen auf dem Quadratcentimeter Fläche weniger als 0,309 Milligrm. Gold vorhanden waren, oder daß die Dicke des Goldes weniger als 0,0001604 Millimeter betrug; um so mehr, da auf allen goldähnlichen Legirungen diese Flüssigkeit sofort einen schwarzen Fleck unverkennbar zurückläßt.

Hr. Münzmeister Rößler kam bei Anwendung der Salpetersäure zu denselben Resultaten bei den untersuchten Gegenständen, und es ist aus diesem Grunde diese Probe von R. Weber um so mehr zu empfehlen, als sie viel leichter und schneller ausführbar ist als diejenige mit Salpetersäure und auch keine besondere Beschädigung der zu untersuchenden Gegenstände veranlaßt.

Gleichzeitig bemerkt der Verfasser noch, daß die Concentration der Flüssigkeit nicht besonders in Betracht kommt, indem er bei 10fach bis 30fach verdünnten Lösungen der ursprünglichen Flüssigkeit keine besonderen Unterschiede in der Deutlichkeit und Schnelligkeit der Reaction wahrnehmen konnte. (Gewerbeblatt für das Großherzogthum Hessen, 1864, Nr. 30.)

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