Titel: Verfahren zum Verkupfern des Gußeisens, von Dr. Dullo.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 174/Miszelle 6 (S. 461–462)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj174/mi174mi06_6
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Verfahren zum Verkupfern des Gußeisens, von Dr. Dullo.

Das Verkupfern des Gußeisens hat bekanntlich bedeutende Schwierigkeiten, das Kupfer lagert sich entweder ungleichmäßig ab, oder es läßt sich an einzelnen Stellen herunterbürsten oder haftet gar nicht; feiner Guß macht weniger, aber immer noch genug Schwierigkeit. In der illustrirten deutschen Gewerbezeitung theilt nun Dr. Dullo ein sehr leicht ausführbares Verfahren mit, das für alle Arten von Guß sehr gute Resultate liefern soll. Man reinigt den eisernen Gegenstand äußerst sorgfältig durch Bürsten mit Salzsäure; den gereinigten Gegenstand läßt man in schwach angesäuertem Wasser so lange liegen, bis man ihn, ohne ihn vorher abzutrocknen, in das Kupferbad bringt, welches durch Lösen von 25 Grm. Kupferoxyd in 170 Grm. roher Salzsäure und Zusatz von 1/4 Liter Wasser und 1/2 Liter Alkohol dargestellt wird. In dieses legt man den eisernen Gegenstand und läßt ihn ruhig in der Kälte einige Stunden darin liegen, worauf er sich mit einer gleichmäßigen, sehr dichten und fest haftenden Kupferschicht überzogen haben wird. Das Kupferbad darf nicht sauer seyn, auch nicht zu concentrirt, auch nicht mehr Wasser enthalten, als nothwendig ist. Der Alkohol ist ein treffliches Mittel, um den Ausscheidungsproceß von Metallen aus ihren Lösungen vermittelst anderer Metalle zu verlangsamen und deßhalb in sehr dichtem Zustande zu bewirken. Durch Zusatz von mehr oder weniger Alkohol, der bekanntlich die Elektricität nicht leitet, kann man den Strom beliebig schwächen. Wenn man zu obiger Kupferlösung kein Wasser, sondern nur Alkohol anwendet, so verkupfert sich das Eisen auch, es bildet sich aber nur eine sehr dünne, für die meisten Zwecke zu dünne Haut; deßhalb ist etwas Wasserzusatz zu empfehlen. Ein Uebelstand dieser Methode ist der, daß sich, sobald sich eine Schicht Kupfer auf dem Eisen abgelagert hat, darüber eine dünne aber dicht anhaftende Schicht von Kupferchlorür anlegt, die bei längerer Einwirkung auch zu metallischem Kupfer reducirt wird. Da man aber hierauf nicht immer warten kann, so muß man das Kupferchlorür beseitigen, damit sich nicht an der Luft Kupferoxyd, resp. Oxydul bildet und so den Gegenstand unansehnlich macht. Dazu wäscht man den Gegenstand, so wie er aus dem Bade kommt, ohne ihn mit den Fingern anzufassen, erst gut mit Wasser ab, dann mit wenig verdünnter Salzsäure, darauf mit verdünnter Natronlauge, dann wieder mit Salzsäure und schließlich nochmals mit Natronlauge. Man kann dabei immer die Bürste handhaben, um das Kupferchlorür aus den vertieften Stellen zu beseitigen. Schließlich trocknet man den Gegenstand an einem warmen Orte. Die so verkupferten Gegenstände kann man mit einem silberweißen, sehr schönen Ueberzuge versehen, wenn man sie in eine Auflösung von 10 Grm. Eisenchlorür in 1/2 Liter Alkohol von 60 Procent taucht und mit metallischem Zink in Berührung bringt; man thut aber gut, diese Eisenlösung schwach zu erwärmen, weil sonst die Action zu langsam von statten geht.

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