Titel: Untersuchung eines englischen Siegellacks.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 10 (S. 86–87)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi01_10

Untersuchung eines englischen Siegellacks.

Von Hrn. Director Karmarsch wurde dem Referenten kürzlich ein englisches Siegellack, welches sich neben einer ausgezeichnet schönen, hellrothen Farbe durch die angenehme Eigenschaft, nicht zu tropfen, auszeichnete, mit dem Wunsche übergeben, dasselbe zu untersuchen und eine versuchsweise Nachahmung zu erstreben.

Bei der Untersuchung ergab sich, daß dasselbe zu etwa 25 Proc. aus einem völlig reinen und unverfälschten Zinnober und im Uebrigen aus einem Gemisch von Schellack und Terpenthin bestand. Das Verhältniß der beiden letzteren Bestandtheile hat bekantlich |87| einen wesentlichen Einfluß aus das Verhalten des Siegellacks in der Hitze, und so wurde durch mehrere Versuche das richtige Verhältniß beider Theile zu ermitteln gesucht, wobei übrigens der Procentgehalt von Zinnober = 25 Proc. beibehalten wurde. Es stellte sich schließlich ein Verhältniß von 5 Theilen Schellack auf 1 Theil Therpentin als dasjenige heraus, welches dem englischen am nächsten kam, so zwar, daß das so hergestellte Lack ebenfalls beim Gebrauch frei von dem Uebel des Tropfens war. Die schöne Farbe wurde freilich nicht erhalten, da dem Referenten kein so schöner Zinnober zu Gebote stand. Zur Darstellung eines guten Siegellacks empfiehlt Referent demnach zu nehmen:

20 Theile Zinnober
10 „ Terpenthin (venetianischer)
50 „ Schellack.

Der hohe Preis des englischen Siegellacks – das Pfund hatte 2 Thlr. gekostet und enthielt 16 Stangen à 2 Loth – rechtfertigt eine möglichst sorgfältige Auswahl der einzelnen Bestandtheile, wodurch die Schönheit des erhaltenen Productes wesentlich bedingt ist. Dr. Sauerwein. (Monatsblatt des hannoverschen Gewerbevereins, 1864, Nr. 9 und 10.)

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