Titel: Oeldichte Fässer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 11 (S. 87)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi01_11

Oeldichte Fässer.

Es ist eine bekannte Thatsache, daß Petroleum und anderes Oel die Poren des Holzes durchdringt, so daß sämmtliche hölzerne Fässer, in welchen solches Oel aufbewahrt wird, in einer bestimmten Zeit eine ansehnliche Menge Oel durchlassen. Bei dem starken Handel mit Petroleum ist dieser Verlust nach Millionen Gulden zu schätzen. Man hat deßhalb metallene Fässer construirt, doch erwiesen sich dieselben als unpraktisch und man hat sie wieder verlassen. L. Robins, ein Amerikaner, hat sich nun ein Patent geben lassen, nach welchem diesem Mißstande vollständig abgeholfen ist. Er überzieht nämlich die Fässer mit trocknendem Leinöl; dann behandelt er die innere Seite der Fässer mit einer starken Lösung von Potasche, so daß jedes Faß, welches auf diese Weise behandelt wird, ungefähr 18 Pfund Wasser in sich aufnimmt. Dieses Wasser kann durch den äußeren Ueberzug von Leinöl nicht verdunsten, noch kann Oel durch dasselbe hindurch, so daß die Fässer hermetisch geschlossen werden. Fässer, welche auf diese Weise behandelt, an den Oelquellen gefüllt wurden, kamen nach mehreren Wochen trocken und geruchlos, wie Mehlfässer, in New-York an. Sie haben während des Transportes keinen Tropfen Oel verloren. Kaufleute und Oelschiffer halten diese Erfindung für eine der für den Handel wichtigsten der Neuzeit. (Arbeitgeber.)

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