Titel: Anwendung des Drummond'schen Kalklichtes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 4 (S. 83–84)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi01_4

Anwendung des Drummond'schen Kalklichtes.

Das sogenannte Kalklicht, welches im Jahre 1860 so viel von sich reden machte, um bald darauf wieder in Vergessenheit zu gerathen, scheint nunmehr wirklich auf einigen Leuchtthürmen Anwendung gefunden zu haben. Prof. Faraday spricht sich in einem Bericht folgendermaßen über dasselbe aus: „Die Lampe besteht aus einem mittleren achteckigen Kalkprisma von 3 5/8 Zoll Durchmesser und 16 Zoll Länge. Dasselbe wird von einem Uhrwerk getragen und regelmäßig im Verhältniß von 1 Zoll per Stunde gehoben. Acht Gasflammen, erzeugt aus einer Mischung von Wasserstoff und Sauerstoff, sind in gleichen Abständen und in einer Horizontalebene symmetrisch vor dem Kalkprisma angebracht. Sobald die brennenden Gase gegen das Prisma gerichtet werden, erzeugen sie acht Punkte, an denen eine immense Lichtentwickelung stattfindet, und da das Kalkprisma 11,4 Zoll Umfang hat, so liegen die Punkte 1,4 Zoll von einander entfernt. Die Handhabung der Laterne ist sehr bequem, die Gasströme sind leicht und sicher zu entzünden und zu reguliren. Der Effect erleidet keine Schwankungen, |84| die Uhr hebt den Kalk, Zugluft hat keine Einwirkung, und man kann, vorausgesetzt, daß die Zuführung der Gase regelmäßig geschieht, den Apparat bis Morgens unberührt lassen. Das Licht ist sehr weiß und schön, und steht zwischen dem elektrischen Licht und dem Oellicht. Es ist das Licht des Planeten, während das elektrische Licht dasjenige eines Fixsterns ist. Der Sauerstoff wird aus Braunstein in Eisenretorten dargestellt, welche in einem Ofen mittelst Kohks zum Rothglühen erhitzt werden. Nachdem der Sauerstoff durch einen Waschapparat geleitet worden, wird er in einem Gasbehälter von 600 Kubikfuß Inhalt gesammelt; der Druck, den man dem Gase gibt, beträgt 6 Zoll Wasserhöhe. Der Wasserstoff wird gegenwärtig dargestellt, indem man Wasserdampf in Röhren über rothglühende Eisenspäne und Kohkspulver leitet. Die drei vorhandenen Röhren werden täglich einmal gewechselt; das Gas geht hinterher durch einen Waschapparat und dann in einen Gasbehälter von gleichem Inhalt, wie beim Sauerstoff. Der Verbrauch einer Nacht wird in 3 Stunden erzeugt. Die ganze Gasquantität, welche in 12 Stunden von 8 Brennern consumirt wird, beträgt 560 Kubikfuß, nämlich 248 Kubikfuß Sauerstoff und 312 Kubikfuß Wasserstoff.“ (Journal für Gasbeleuchtung, 1864, Nr. 6.)

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